11 April 2026, 14:07

Fünf neue Traditionen werden zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands ernannt

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße in Windisch Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und einem Himmel im Hintergrund.

Fünf neue Traditionen werden zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands ernannt

Fünf neue Traditionen sind in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden. Dazu zählen nun die Straßenfußballkultur, das maßgeschneiderte Herren-Schneiderhandwerk, die Martinsbräuche, die Schaustellertraditionen auf Volksfesten sowie der kleinteilige Küstenfischfang. Vertreter der Kulturinstitutionen betonten die Bedeutung dieser lebendigen kulturellen Praktiken für die heutige Identitätsbildung.

Das Auswahlverfahren begann mit Vorschlägen, die vom Fachausschuss Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission geprüft wurden. Jeder Eintrag durchlief eine detaillierte Bewertung, bevor er genehmigt wurde. Die endgültige Entscheidung trafen gemeinsam die Kultusministerkonferenz und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Die neu anerkannten Traditionen spiegeln eine Mischung aus regionalen Bräuchen und handwerklichen Fertigkeiten wider. Die Bolzplatzkultur – der Straßenfußball auf improvisierten Plätzen – steht nun neben der Präzision des Herrenschneiderhandwerks. Auch die Martinsumzüge im Rheinland, die lebendige Schaustellerkultur auf Volksfesten sowie die jahrhundertealten Methoden des kleinteiligen Fischfangs in Ostsee und Boddengewässern wurden in die Liste aufgenommen. Damit steigt die Gesamtzahl der eingetragenen Praktiken auf 173.

Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, erklärte, dass immaterielles Kulturerbe dann gedeiht, wenn Menschen es aktiv leben und ihr Wissen weitergeben. Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, ergänzte, dass Traditionen lebendig bleiben, wenn Gemeinschaften sie im Alltag bewahren und weiterentwickeln. Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete das immaterielle Kulturerbe als die "lebendige Wurzel" der modernen Identität.

Deutschland hatte die UNESCO-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes 2013 unterzeichnet – ein Jahrzehnt nach ihrer Verabschiedung in Paris. Das Abkommen, das mittlerweile von 185 Staaten ratifiziert wurde, zielt darauf ab, kulturelle Praktiken zu schützen und zu fördern, die über Generationen weitergegeben werden.

Das erweiterte Verzeichnis umfasst nun 173 vielfältige kulturelle Ausdrücke in ganz Deutschland – von lokalen Festen bis zu handwerklichen Traditionen, die durch gemeinschaftliches Engagement erhalten bleiben. Die Anerkennung unterstreicht ihre Bedeutung für die Bewahrung kultureller Identität auch für künftige Generationen.

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