10 March 2026, 08:04

Geheimtipp ISP wächst rasant im deutschen Versandapothekenmarkt mit Spezialtherapien

Eine Sammlung alter Visitenkarten mit Text über Columella edentula, eine Art Medizin, und ein kleines Stück Papier mit einem Barcode.

Geheimtipp ISP wächst rasant im deutschen Versandapothekenmarkt mit Spezialtherapien

Der deutsche Versandapothekenmarkt wächst rasant – bis 2025 sollen die Umsätze mit verschreibungspflichtigen Medikamenten die Marke von einer Milliarde Euro überschreiten. Zwei große Anbieter, Shop Apotheke und DocMorris, dominieren den Sektor, doch ein dritter Akteur hat sich leise einen Namen gemacht: die International Specialty Pharmacy Rare & Orphan Diseases (ISP). Mit Sitz in Maastricht hat das Unternehmen seinen Umsatz fast verdoppelt und im Jahr 2024 rund 245 Millionen Euro erwirtschaftet – vor allem mit hochpreisigen, spezialisierten Therapien.

ISP gehört zur schweizerischen United Healthcare Partners (UHP), die sich auf die häusliche Versorgung von Patienten mit komplexen Erkrankungen spezialisiert hat. Das Unternehmen ist führend in der sterilen Rezepturherstellung und Enzymersatztherapien, von denen einige bis zu 1,5 Millionen Euro pro Patient und Jahr kosten können. Trotz der hohen Preise bleiben die Gewinnmargen jedoch schmal, da Logistik und Betreuung extrem aufwendig sind.

UHP betreut jährlich über 5.000 Patienten, liefert rund 100.000 medizinische Produkte aus und führt etwa 42.000 Infusionen durch. Ein Team von 600 Fachkräften im Gesundheitswesen kümmert sich um die Versorgung, während das Unternehmen jährlich 15.000 Schulungen anbietet, um Patienten bei der Eigenbehandlung zu unterstützen. Die Abrechnung von Pflegebesuchen zu Hause ist allerdings auf verordnungsfähige Leistungen nach der deutschen Heimversorgungsrichtlinie (HKP) beschränkt.

Der Versandapothekenmarkt in Deutschland bleibt insgesamt stark konzentriert. Shop Apotheke hält die Hälfte aller Umsätze mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, DocMorris steuert weitere 250 Millionen Euro bei. Das schnelle Wachstum von ISP deutet jedoch auf einen Trend hin: weg von Standardangeboten, hin zu spezialisierten, serviceintensiven pharmazeutischen Dienstleistungen.

Der Umsatzsprung von ISP unterstreicht die wachsende Nachfrage nach maßgeschneiderten Therapien für seltene und sogenannte Orphan Diseases. Mit seinem Modell – einer Kombination aus häuslicher Pflege, Schulungen und komplexer Arzneimittelversorgung – hebt sich das Unternehmen deutlich von klassischen Versandapotheken ab. Angesichts der Marktexpansion dürfte seine Rolle in der spezialisierten Gesundheitsversorgung weiter zunehmen.

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