05 February 2026, 16:09

GTime in der Kritik: Wie fair ist die Bezahlung von Videobearbeitern in der Streaming-Szene?

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GTime in der Kritik: Wie fair ist die Bezahlung von Videobearbeitern in der Streaming-Szene?

In der deutschen Streaming-Community ist erneut eine hitzige Debatte über die Bezahlung von Videobearbeitern entbrannt. Der Twitch-Streamer GTime gerät dabei trotz wachsender Popularität in die Kritik – sein Bezahlmodell für seinen Editor Enno steht im Fokus. Andere Content-Creator mischen sich ein, werfen ihm vor, unfair zu entlohnen, und vertreten unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Arbeit von Bearbeitern angemessen gewürdigt werden sollte.

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Aktuell zahlt GTime seinem Editor Enno ein Festgehalt von 4.800 Euro brutto im Monat. Zusätzlich erhält Enno die Hälfte der Einnahmen des YouTube-Kanals. Während einige Kollegen wie der Streamer gTasty öffentlich infrage stellen, ob dieses Modell gerecht ist, verteidigt GTime die Vereinbarung. Ennos Leidenschaft und langjährige Treue rechtfertigten die Bezahlung, so seine Argumentation.

Das Thema ist nicht neu: Bereits Anfang dieses Jahres hatten Trymacs und Max Schradin vorgeschlagen, die Gehälter von Editoren zu deckeln – ein Vorstoß, für den Trymacs sich später entschuldigte. Auch der Streamer Papaplatte sah sich mit Kritik konfrontiert, nachdem bekannt wurde, dass er seinen Editor unterbezahlte, und entschuldigte sich öffentlich. Diese Vorfälle zeigen, wie angespannt die Stimmung in der Branche nach wie vor ist.

GTime selbst erlebt derzeit einen Aufschwung, nicht zuletzt wegen einer strategischen Neuausrichtung seines Contents seit seinem Twitch-Start 2014. Seine Haltung ist klar: Er lehnt es ab, Editoren als bloße "Ressourcen" zu betrachten. Auf gTastys Kritik entgegnete er, dass der Beitrag von Menschen über reine finanzielle Berechnungen hinaus Respekt verdiene.

Die breitere Debatte kreist oft um die Bearbeitung von "Reaction"-Content, den manche Creator als strukturelles Problem sehen, das ihre Gewinne schmälert. Konkrete Daten zur Bezahlung von Editoren fehlen jedoch. Im deutschen Raum bewegen sich die Honorare für Freelancer meist zwischen 1.500 und 4.000 Euro monatlich – abhängig von Erfahrung und Arbeitsaufwand. Erfahrungsberichte deuten auf bescheidene Lohnerhöhungen von 5 bis 15 Prozent in den letzten fünf Jahren hin, doch offizielle Statistiken gibt es nicht.

Der Streit um faire Editoren-Gehälter spaltet die deutsche Streaming-Szene weiterhin. Ohne einheitliche Tarife oder transparente Daten müssen Creator und Bearbeiter die Vergütung von Fall zu Fall aushandeln. Die Debatte zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung – beide Seiten pochen auf ihre Vorstellungen von Gerechtigkeit und Wertschätzung.