Handwerk im Kreis Steinfurt kämpft mit Kosten, Fachkräftemangel und neuen Vergaberegeln
Lotta SchulteHandwerk im Kreis Steinfurt kämpft mit Kosten, Fachkräftemangel und neuen Vergaberegeln
Lokale Handwerksvertreter und Verantwortliche des Kreises Steinfurt trafen sich kürzlich, um über die Herausforderungen für Handwerksbetriebe zu beraten. Im Mittelpunkt der jährlichen Zusammenkunft standen steigende Kosten, Fachkräftemangel sowie anstehende Änderungen bei den Vergaberegeln für öffentliche Aufträge. Beide Seiten bekräftigten ihren Willen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
An dem Treffen nahmen Kreisverwaltungschef Dr. Martin Sommer, Bau- und Umweltdezernent Carsten Rehers sowie Christian Holterhues, Geschäftsführer der WESt, zusammen mit Vertretern der Innungen teil. Ein zentrales Thema waren die durch die Spannungen im Iran verursachten Energiepreissprünge, die die Betriebskosten in die Höhe treiben und Lieferketten der heimischen Handwerksbetriebe belasten.
Ein weiteres drängendes Problem ist der Nachwuchsmangel. Gut ausgebildete Fachkräfte wurden als entscheidend hervorgehoben, um die Nachfolgefrage in vielen Betrieben zu lösen. Die Beratungsangebote des Kreises, die über die Kreishandwerkerschaft und die WESt bereitgestellt werden, wurden als wichtige Unterstützung für reibungslose Betriebsübergaben beworben.
Zudem wurde über Schwarzarbeit gesprochen, die Sozialversicherungsträger und den Staat jährlich Milliarden kostet. Die Verantwortlichen betonten, dass ein konsequentes Vorgehen gegen illegale Beschäftigung legale Arbeitsplätze schütze.
Ab dem 1. Januar 2026 tritt in Nordrhein-Westfalen eine reformierte Vergabeverordnung in Kraft. Diese soll Bürokratie abbauen und mehr Flexibilität bieten – etwa durch kleinere Auftragslose, die lokalen Handwerksbetrieben bessere Wettbewerbschancen einräumen.
Die duale Berufsausbildung wurde als verlässlicher Karriereweg für junge Menschen gelobt. Die guten Aufstiegschancen des Systems wurden als wichtiger Anreiz hervorgehoben, um die nächste Generation von Fachkräften zu gewinnen.
Das Treffen endete mit dem erneuten Bekenntnis zu einer engen Zusammenarbeit zwischen Kreis und Handwerk. Beide Seiten vereinbarten, sich weiterhin gemeinsam den Herausforderungen zu stellen – von steigenden Kosten bis zur Fachkräftesicherung. Die neuen Vergaberegeln und die bestehenden Unterstützungsangebote werden eine zentrale Rolle für die Zukunft des heimischen Handwerks spielen.






