Hazel Brugger will Deutschlands ESC-Fluch mit Lockerheit brechen
Lotta SchulteHazel Brugger: Deutschland ist gut darin, pessimistisch über den ESC zu sein - Hazel Brugger will Deutschlands ESC-Fluch mit Lockerheit brechen
Hazel Brugger moderiert Deutschlands Eurovision-Vorentscheid am 16. Mai 2023 – an der Seite von Barbara Schöneberger. Die in der Schweiz geborene Komikerin, die mittlerweile in Deutschland lebt, beschreibt ihre Karriere als eine Reihe überraschender – ja fast rätselhafter – Entscheidungen, zu denen auch diese neueste Rolle zählt. Mit ihrem lockeren, selbstbewussten Auftreten möchte sie einem Land neuen Schwung verleihen, das seine Chancen beim Eurovision Song Contest oft selbst infrage stellt.
Denn Deutschlands Bilanz beim ESC ist in den vergangenen fünf Jahren ernüchternd: Zwischen 2021 und 2025 landeten die deutschen Beiträge durchgehend auf den hinteren Plätzen – von Rang 25 im Jahr 2021 bis auf den letzten Platz 2025. Während Länder wie Schweden, die Ukraine oder Finnland regelmäßig in den Top Five vertreten sind, pendelt sich Deutschland im Schnitt auf Platz 24 ein. Selbst größere Nationen wie Großbritannien, Frankreich oder Italien schaffen es weitaus häufiger in die Top Ten.
Brugger, die 2022 bereits den ESC in Basel moderiert hatte, findet es fast ironisch, nun beim deutschen Vorentscheid mitzuwirken. Sie vermutet, dass die deutsche Neigung zu übertriebener Planung und pessimistischer Grundhaltung Teil des Problems sein könnte. Erfolg, so betont sie, lasse sich nicht erzwingen – und verweist auf Lena Meyer-Landruts Sieg 2010, als die Sängerin sich auf ihre Bühnenshow konzentrierte, statt auf eine übertriebene Strategie zu setzen.
Statt auf starre Vorbereitung setzt Brugger auf gelassene Selbstsicherheit. Sie will Optimismus in Deutschlands ESC-Haltung bringen und einen Wandel weg von Selbstzweifeln und übermäßiger Kontrolle anstoßen.
Der Vorentscheid 2023 wird zeigen, ob eine entspanntere Einstellung die Ergebnisse verbessern kann. Bruggers Mitwirkung als Moderatorin markiert einen bewussten Bruch mit früheren Strategien. Nach Jahren schlechter Platzierungen könnte die Zukunft Deutschlands beim Eurovision Song Contest davon abhängen, ob das Land mehr auf Spontanität setzt – statt auf durchgeplante Perfektion.






