10 April 2026, 14:08

Historisches BGH-Urteil: Landwirt gewinnt nach 15 Jahren Silo-Rechtsstreit

Schwarzes und weißes Foto einer Straße mit einem großen Riss und verstreuten Ziegeln auf der linken Seite.

Historisches BGH-Urteil: Landwirt gewinnt nach 15 Jahren Silo-Rechtsstreit

Jahrzehntelanger Rechtsstreit um mangelhaften Landwirtschsilobau endet mit Grundsatzurteil

Ein langjähriger Rechtsstreit um einen fehlerhaften Futter silo hat nun ein Ende gefunden. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied zugunsten des Landwirts und verurteilte das Bauunternehmen, sämtliche Reparaturkosten zu tragen – obwohl der Silo jahrelang in Betrieb war. Das am 27. November 2025 verkündete Endurteil kippte frühere Entscheidungen, die die Entschädigungssumme gekürzt hatten.

Der Fall begann im September 2010, als ein Bauunternehmen für einen Landwirt einen Befahrsilos errichtete. Kurz nach der Fertigstellung zeigten sich Risse und unebene Flächen an der Konstruktion. Bis 2013 hatte der Landwirt ein selbstständiges Beweisverfahren eingeleitet, um die Mängel begutachten zu lassen.

2015 reichte der Landwirt Klage ein und forderte 120.000 Euro als Vorschuss für die Reparaturkosten. Das Landgericht Ansbach gab ihm zunächst in vollem Umfang recht. Das Oberlandesgericht Nürnberg reduzierte die Entschädigung später jedoch um ein Drittel – mit der Begründung, der Silo sei über Jahre genutzt worden.

Der Landwirt legte Revision ein, woraufhin der Bundesgerichtshof das abschließende Urteil fällte. Das höchste deutsche Zivilgericht entschied, dass das Bauunternehmen die Mängel vollständig zu beheben habe – unabhängig von der Nutzungsdauer des Silos. Der unter dem Aktenzeichen VII ZR 112/24 geführte Fall schafft nun eine richtungsweisende Rechtsprechung für ähnliche Streitfälle.

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Das Urteil bestätigt, dass das Bauunternehmen die volle Verantwortung für die Baumängel trägt. Der Landwirt erhält die gesamten Reparaturkosten ohne Abzüge für die Nutzungszeit. Damit endet ein Rechtsstreit, der sich über mehr als ein Jahrzehnt hinzog.

Quelle