Jüdischer Student verklagt FU Berlin nach antisemitischem Angriff in Mitte
Emma GüntherProzess gegen Universität - Verhandlung wird fortgesetzt - Jüdischer Student verklagt FU Berlin nach antisemitischem Angriff in Mitte
Ein jüdischer Student der Freien Universität Berlin (FU Berlin) hat rechtliche Schritte gegen die Hochschule eingeleitet. Lahav Shapira wirft der Universität vor, ihn nach einem antisemitischen Angriff Anfang 2024 in Berlin-Mitte nicht ausreichend geschützt zu haben. Der Fall kommt nun vor Gericht, weitere Verhandlungen sind für 2026 angesetzt.
Der Vorfall ereignete sich im Februar 2024, als Shapira in Berlin-Mitte von einem 24-jährigen ehemaligen Kommilitonen palästinensischer Herkunft angegriffen und verletzt wurde. Das Landgericht Tiergarten stufte die Tat später als antisemitisch motiviert ein. Im April 2025 verurteilte es den Angreifer wegen gefährlicher Körperverletzung mit antisemitischem Hintergrund zu drei Jahren Haft – das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.
Shapiras Klage argumentiert, die FU Berlin habe gegen das Berliner Hochschulgesetz verstoßen, indem sie zu wenig gegen Diskriminierung auf dem Campus unternommen habe. Die Universität weist die Vorwürfe zurück und verweist auf ihre bestehende Antidiskriminierungspolitik sowie eine eigens eingerichtete Stelle für Diversität und Antidiskriminierung. Das Gericht wird nun prüfen, ob die getroffenen Maßnahmen ausreichten. Die mündliche Verhandlung wird am 26. Februar 2026 fortgesetzt.
Das Verfahren wird klären, ob die FU Berlin ihrer Pflicht zum Schutz der Studierenden vor Antisemitismus in Berlin nachgekommen ist. Ein Urteil könnte richtungsweisend dafür werden, wie Hochschulen künftig mit Diskriminierungsbeschwerden in Berlin umgehen. Der Prozess läuft noch; die nächste Verhandlung ist für Anfang 2026 terminiert.






