24 May 2026, 10:03

Junge Arbeitnehmer setzen auf Handwerk statt Bürojob – warum Firmen umdenken müssen

KI transformiert die Arbeitswelt: Wie Unternehmen bereits damit umgehen - und was Top-Personalverantwortliche empfehlen

Junge Arbeitnehmer setzen auf Handwerk statt Bürojob – warum Firmen umdenken müssen

Junge Arbeitnehmer wenden sich zunehmend von Bürojobs ab und entscheiden sich stattdessen für handwerkliche Berufe und Industriearbeiten. Eine LinkedIn-Umfrage ergab, dass 59 Prozent der 18- bis 28-Jährigen heute praktische Tätigkeiten gegenüber klassischen Schreibtischjobs bevorzugen. Gleichzeitig passen Unternehmen ihre Strategien an, indem sie Quereinsteiger einstellen und praktische Fähigkeiten höher gewichten als formale Abschlüsse.

Diese Verschiebung der Berufspräferenzen geht einher mit einem Umdenken in den Einstellungspraktiken der Unternehmen. Laut einer Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) stellen mittlerweile sechs von zehn deutschen Firmen Quereinsteiger für Führungspositionen ein. Dieser Trend spiegelt eine allgemeine Entwicklung wider, bei der realweltliche Kompetenzen in einem sich ständig wandelnden Arbeitsmarkt zunehmend wichtiger werden als akademische Titel.

Experten betonen, dass sich sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber anpassen müssen. Die Transformationsspezialistin Annika in der Beek plädiert für schrittweise Veränderungen – eine tägliche Verbesserung um nur ein Prozent sei effektiver als radikale Umbrüche. Zudem fordert sie Unternehmen auf, transparenter darüber zu kommunizieren, wie sich Branchen verändern, insbesondere da immer mehr Aufgaben von Software übernommen werden.

Die zunehmende Verbreitung von KI fügt eine weitere Komplexitätsebene hinzu. Die KI-Expertin Kenza Ait Si Abbou rät Berufstätigen, sich damit auseinanderzusetzen, wie Mensch und KI zusammenarbeiten können, statt sich als Konkurrenten zu sehen. Gleichzeitig mahnt sie Führungskräfte, sich über aufkommende Trends auf dem Laufenden zu halten. In den USA werben manche Stellenausschreibungen inzwischen explizit mit Jobs, die von KI nicht übernommen werden können – ein Zeichen für die Nachfrage nach spezifisch menschlichen Fähigkeiten.

Für Einzelpersonen, die sich in diesem Wandel zurechtfinden müssen, empfiehlt Karriereberaterin Inga Dransfeld-Haase, sich auf eigene Stärken und Leidenschaften zu konzentrieren. Selbstreflexion sei der Schlüssel, um einen erfüllenden Berufsweg zu gestalten. Doch selbst Experten tun sich schwer, die vollen Auswirkungen der KI abzuschätzen – Institute wie das ifo Institut können nur fundierte Prognosen darüber abgeben, wie die Automatisierung verschiedene Branchen umformen wird.

Der Arbeitsmarkt befindet sich im Umbruch: Jüngere Arbeitnehmer bevorzugen handwerkliche Berufe, während Unternehmen ihre Einstellungspraktiken anpassen. Da KI die Wirtschaft weiter verändert, stehen sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber vor neuen Herausforderungen. Im Mittelpunkt stehen nun Anpassungsfähigkeit, lebenslanges Lernen und die Suche nach Wegen, auf denen Mensch und Technologie effektiv zusammenarbeiten können.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle