Karin Prien will soziale Medien für Kinder strenger regulieren – doch reicht das?
Marie SchneiderAltersgrenze für Social Media: Prien kündigt Mitte des Jahres Vorschlag an - Karin Prien will soziale Medien für Kinder strenger regulieren – doch reicht das?
Deutschland erwägt neue Regeln, um die Nutzung sozialer Medien für Kinder und Jugendliche einzuschränken. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) plant, bis Mitte des Jahres Altersbeschränkungen vorzuschlagen. Ihr Ansatz umfasst Verbote, Medienkompetenzförderung sowie den Zugang zu altersgerechten Inhalten.
Prien hat eine Expertenkommission damit beauftragt, mögliche Maßnahmen zu prüfen – darunter ein Mindestalter für soziale Netzwerke. Die Empfehlungen sollen bis Mitte 2026 vorliegen. Die Ministerin beobachtet zudem die jüngsten Erfahrungen Australiens, wo im Dezember eine Altersgrenze von 16 Jahren eingeführt wurde.
Seit Inkrafttreten der Regelung haben australische Behörden 4,7 Millionen Konten deaktiviert. Unterdessen prüft auch Großbritannien ähnliche Vorschriften.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) argumentiert, dass reine Altersbeschränkungen junge Nutzerinnen und Nutzer nicht ausreichend schützen. Stattdessen fordert sie eine stärkere Medienbildung und eine konsequentere Umsetzung bestehender Jugendschutzgesetze.
Priens Vorschläge sollen bis Mitte des Jahres vorliegen, der vollständige Bericht der Expertenkommission wird für 2026 erwartet. Die Debatte darüber, ob Altersgrenzen oder eine breitere Aufklärung Jugendliche im Netz besser schützen, hält an. Deutschlands nächste Schritte hängen sowohl von nationalen Forschungsergebnissen als auch von internationalen Vorbildern ab.






