Kirchenaustritte in Sachsen erreichen 2023 neuen Höchststand – bundesweiter Abwärtstrend ungebrochen
Lara WagnerKirchen verlieren weiterhin Mitglieder in Sachsen - Kirchenaustritte in Sachsen erreichen 2023 neuen Höchststand – bundesweiter Abwärtstrend ungebrochen
Kirchenaustritte in Sachsen setzen sich fort – bundesweiter Trend hält an
Die Zahl der Kirchenmitglieder in Sachsen ist weiter rückläufig und spiegelt damit einen landesweiten Trend wider. Sowohl katholische als auch evangelische Landeskirchen verzeichneten im vergangenen Jahr deutliche Mitgliederverluste, wobei die Besucherzahlen bei katholischen Gottesdiensten leicht stiegen.
Die Evangelische Kirche in Sachsen verlor 2023 rund 17.700 Mitglieder und zählt nun noch knapp 558.000 Gläubige. Über 10.000 dieser Austritte erfolgten durch aktive Kirchensteuerkündigungen. Gleichzeitig schrumpfte die Zahl der registrierten Mitglieder im Bistum Dresden-Meißen um etwa 3.500 auf 124.700.
Auch bundesweit zeigte sich ein ähnliches Bild: Mehr als 650.000 Menschen traten 2023 aus den beiden großen Kirchen in Deutschland aus. Die Evangelische Kirche zählt derzeit rund 17,4 Millionen Mitglieder, die katholische Kirche kommt auf 19,2 Millionen. Allein in Berlin verließen im vergangenen Jahr etwa 12.600 evangelische Christen die Kirche.
Trotz der sinkenden Mitgliederzahlen verzeichnete die katholische Kirche in Sachsen einen leichten Anstieg der Gottesdienstbesucher auf 12,5 Prozent. Bischof Tobias Bilz von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche betonte die weiterhin wichtige gesellschaftliche Rolle der Kirche, insbesondere durch ihre diakonischen Einrichtungen. Demografische Veränderungen wie sinkende Geburtenraten und Migration machten etwa 24 Prozent des evangelischen Mitgliederschwunds aus, der Rest entfiel auf freiwillige Austritte. Prognosen zufolge könnte die evangelische Kirche bis 2060 mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder im Vergleich zu 2017 verlieren.
Die aktuellen Zahlen bestätigen den langfristigen Rückgang der Kirchenbindung in Sachsen und ganz Deutschland. Zwar stieg die Teilnahme an katholischen Gottesdiensten leicht an, doch die Gesamtzahl der Mitglieder geht weiter zurück. Beide Konfessionen stehen vor der anhaltenden Herausforderung, ihre Gemeinden zu halten und zu aktivieren.