16 March 2026, 10:03

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Ende der kostenlosen Besuche in Sicht?

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür.

Ehemaliger Domarchitekt kritisiert geplante Eintrittspreise für Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Ende der kostenlosen Besuche in Sicht?

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die weltbekannte Sehenswürdigkeit, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht und die Reliquien der Heiligen Drei Könige beherbergt, plant die Einführung der Gebühr in der zweiten Jahreshälfte 2024 – die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest.

Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, hat sich öffentlich gegen den Vorschlag ausgesprochen. Sie bezeichnete die Idee als "sehr problematisch" und warnte davor, dass dadurch nur noch zahlungskräftige Besucher Zugang erhielten. Aus ihrer Sicht könnte eine Gebühr viele Menschen abschrecken und den Charakter des Doms als offene, einladende Stätte verändern.

Schock-Werner räumte ein, dass das Bauwerk dringend zusätzliche Mittel für die Instandhaltung benötige. Gleichzeitig argumentierte sie, dass ein Eintrittsgeld die spirituelle und kulturelle Bedeutung des Doms untergraben könnte. Frühere Versuche, an großen deutschen Sakralbauten Eintritt zu erheben, stießen bereits auf Widerstand von Denkmalschützern und lokalen Gemeinschaften.

Befürworter der Gebühr, darunter einige Kommunalpolitiker, sehen darin eine Möglichkeit, notwendige Sanierungen zu finanzieren. Kritiker hingegen befürchten, dass damit ein Präzedenzfall geschaffen würde, der den Zugang zu historischen Stätten für die Allgemeinheit erschwert.

Die Debatte über die Eintrittsgebühr hält an, während die Verantwortlichen finanzielle Notwendigkeiten gegen den öffentlichen Zugang abwägen. Sollte der Beschluss fallen, wäre dies ein einschneidender Wandel für die über 600 Jahre alte Kathedrale. Die endgültige Entscheidung wird bestimmen, wie Millionen zukünftiger Besucher eines der wertvollsten Kulturdenkmäler Deutschlands erleben werden.

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