19 March 2026, 18:02

Kulturminister Weimer sagt Leipziger Buchmesse-Besuch nach öffentlicher Kritik ab

Ein detailliertes altes Buchseite mit einer Vintage-Karte von Leipzig, Deutschland, mit sichtbaren Straßennamen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten.

Kulturminister Weimer sagt Leipziger Buchmesse-Besuch nach öffentlicher Kritik ab

Bundes Kulturminister Wolfram Weimer sagt geplanten Besuch der Leipziger Buchmesse ab

Der deutsche Kulturminister Wolfram Weimer hat seinen angekündigten Besuch der Leipziger Buchmesse abgesagt. Die Entscheidung fiel, nachdem ein ehemaliger Literaturprofessor ihn öffentlich auslud und damit die Debatte über seine Führungsqualitäten weiter anheizte. Kritiker werfen Weimer vor, mit diesem Schritt ein Muster der Konfliktvermeidung statt der Auseinandersetzung mit Gegenpositionen zu zeigen.

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Der Rückzug erfolgte nach einem offenen Brief von Alfonso de Toro, ehemaliger Professor in Leipzig, der behauptete, Weimers Anwesenheit stehe im Widerspruch zu den "toleranten, vielfältigen" Werten der Stadt. Während weder die Buchmesse noch die Leipziger Behörden offiziell Stellung bezogen, bestätigte ein Sprecher am 18. März 2026 den Rückzug.

Weimer steht seit Monaten zunehmend in der Kritik. Seine Entscheidungen – etwa der Ausschluss linksalternativer Buchhandlungen von der Longlist des Deutschen Buchpreises oder der Streit mit Berlinale-Direktorin Tricia Tuttle – haben ihm Vorwürfe einer rechtspopulistischen Tendenz eingebracht. Gegner bemängeln zudem seine inkonsistente Haltung bei den Erweiterungsplänen der Nationalbibliothek.

Statt seine Politik zu verteidigen, zog sich Weimer von der Leipziger Veranstaltung zurück. Beobachter deuten dies als Zeichen mangelnder Bereitschaft, sich öffentlicher Kritik zu stellen – eine Eigenschaft, die kaum zu seiner Rolle als Regierungsvertreter passt. Seine Handlungen bestätigen vielmehr den Vorwurf, er besitze zu wenig Standfestigkeit in politischen Debatten.

Die Absage wirft Fragen nach Weimers Fähigkeit auf, mit Kontroversen umzugehen. Ohne Dialog bleiben seine Kritiker unwidersprochen, und seine Politik sieht sich weiterem Widerstand ausgesetzt. Die Leipziger Buchmesse hingegen findet ohne offizielle Stellungnahme zum Vorfall statt.

Quelle