17 April 2026, 06:04

Kulturstreit um Der König der Löwen: Komiker verklagt wegen Song-Übersetzung

Schwarze und weiße Illustration einer Gruppe von Löwen in einer Dschungelumgebung mit üppiger Vegetation und Bäumen, mit dem Text 'Der Löwenkönig' unten.

Kulturstreit um Der König der Löwen: Komiker verklagt wegen Song-Übersetzung

Ein Rechtsstreit hat sich zwischen dem Komiker Learnmore Jonasi und Lebohang Morake, dem Komponisten des ikonischen Circle of Life-Chors aus Der König der Löwen, entzündet. Morake verklagt Jonasi mit der Begründung, dessen Übersetzung der Songtexte sei respektlos und schädigend gewesen. Der Streit begann, nachdem Jonasi seine Interpretation eines Zulu-Ausdrucks in einem Podcast teilte – und damit eine breite Debatte auslöste.

Seitdem erhält Jonasi massive Unterstützung in den sozialen Medien. Tausende stellen sich hinter ihn, besonders nachdem die Klage während eines seiner Stand-up-Auftritte zugestellt wurde.

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht Jonasis Übersetzung der Anfangszeile Nants'ingonyama bagithi Baba. Die offizielle Disney-Version lautet: "Hoch lebe der König, wir alle verneigen uns vor dem König." Jonasi jedoch übersetzte den Satz in einem Podcast-Interview mit "Schaut, da ist ein Löwe. Oh mein Gott" – eine Deutung, die Morake als entwürdigend für die kulturelle Bedeutung des Liedes und seinen eigenen künstlerischen Beitrag ansieht.

Morakes Anwälte behaupten, die Äußerungen des Komikers seien absichtlich erfolgt und hätten zu Verlusten von über 20 Millionen Dollar geführt, darunter abgebrochene Geschäftsbeziehungen zu Disney und sinkende Tantiemen-Einnahmen. Jonasi kontert mit einer Gegenklage über 7 Millionen Dollar Schadensersatz und besteht darauf, seine Aussagen seien Teil seiner satirischen Kritik an amerikanischen Afrikadarstellungen gewesen.

Jonasi nutzt seine Auftritte seit Langem, um kulturelle Klischees über den Kontinent zu hinterfragen – einschließlich Der König der Löwen. Nach Bekanntwerden der Klage zeigte er sich öffentlich solidarisch mit Morake und bot an, ein Video über die tiefere Bedeutung des Songs zu drehen. Trotz der juristischen Spannungen bleibt er bei seiner Haltung, erkennt aber die Perspektive des Komponisten an.

Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit auf die größere Frage, wie afrikanische Traditionen in globalen Medien repräsentiert werden. In sozialen Netzwerken überschwemmen Nutzer die Plattformen mit Solidaritätsbekundungen für Jonasi – aus dem Streit ist eine Debatte über künstlerische Interpretation und Respekt geworden.

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Das Verfahren läuft noch, beide Seiten bleiben unnachgiebig: Morake fordert Entschädigung für die angeblichen finanziellen Schäden, Jonasi verteidigt sein Recht auf freie Meinungsäußerung und satirische Kommentare. Das Urteil könnte Präzedenzfall dafür werden, wie kulturelle Werke in der Öffentlichkeit diskutiert – und rechtlich angefochten – werden dürfen.

Durch Jonasis Gegenklage und die öffentliche Reaktion hat der Fall eine zusätzliche Dimension erhalten und bleibt damit monatelang im Fokus.

Quelle