Landkreis ändert Altkleidersammlung wegen Recycling-Krise radikal um
Landkreis Schmalkalden-Meiningen stellt Altkleidersammlung um
Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen ändert sein System zur Sammlung von Altkleidung. Die Umstellung erfolgt als Reaktion auf massive Störungen auf dem Textilrecyclingmarkt. Im Rahmen der Transition wurden bereits einige Sammelcontainer abgebaut.
Ein drastischer Einbruch auf dem Secondhand-Textilmarkt zwingt den Landkreis, sein Sammelsystem anzupassen. In den vergangenen drei Jahren war die europäische Textilrecyclingbranche von einer Pleitewelle betroffen. Allein in Deutschland mussten große Sortierunternehmen wie SOEX und Texit 2024 und 2025 Insolvenz anmelden. Auch in Frankreich und Großbritannien kam es zu ähnlichen Schließungen, darunter bei Le Relais und Textile Recycling International. Steigende Kosten, Unterfinanzierung und der Zusammenbruch der Exportmärkte haben die Krise verschärft.
Um die Qualität der Materialien zu verbessern und Verunreinigungen zu reduzieren, verringert der Landkreis die Zahl der frei zugänglichen Container. Stattdessen werden die Annahmestellen an zentralen, möglichst betreuten Standorten gebündelt. Bereits jetzt wurden einige Container in Meiningen, Zella-Mehlis und Teilen der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön entfernt. Die Bürger werden darauf hingewiesen, keine Säcke oder Abfälle neben den verbleibenden Containern abzulegen.
Aktuell können Alttextilien noch am Recyclinghof Kaltennordheim in der Region Hohe Rhön abgegeben werden. Der Landkreis prüft weitere Lösungen für die Region. Akzeptiert werden saubere, tragbare Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Handtücher sowie Accessoires wie Taschen oder Mützen. Nicht angenommen werden stark verschmutzte Textilien, Hausmüll, Elektrogeräte oder Teppiche.
Jährlich sammelt der Landkreis rund 300 Tonnen Alttextilien. Die Einnahmen aus diesen Sammlungen halfen bisher, die Abfallgebühren stabil zu halten.
Die Änderungen sollen an die schwierige Lage auf dem Textilrecyclingmarkt angepasst werden. Betreute Annahmestellen ersetzen viele der bisher unbeaufsichtigten Container. Die Bürger müssen die neuen Regeln einhalten, um die Zukunftsfähigkeit des Systems zu sichern.






