06 February 2026, 12:08

Lausitzer Flüsse erhalten bis 2029 eine zweite Chance für ökologische Erholung

Ein Fluss fließt durch ein grünes Feld neben einem Gebäude, mit Bäumen, Pflanzen, Gras, Steinen, Straßenmasten, Straßenlaternen, Strommasten, Stromkabeln und Hügeln unter einem klaren blauen Himmel; das Gebäude ist der Standort eines geplanten Wasseraufbereitungsanlage.

Projekt zur Verbesserung der Wasserqualität in der Lausitz - Lausitzer Flüsse erhalten bis 2029 eine zweite Chance für ökologische Erholung

Bis Mitte 2029 soll ein neues Projekt die Gesundheit der Flüsse in der Lausitz wiederherstellen. Im Fokus stehen die Schwarze Elster, die Spree und die Lausitzer Neiße, die jahrzehntelang unter dem Braunkohleabbau und der intensiven industriellen Nutzung gelitten haben. Die Behörden wollen die Wasserqualität verbessern, den natürlichen Wasserrückhalt stärken und die Klimaresilienz in der gesamten Region erhöhen.

Die Flüsse im Lausitzer Braunkohlerevier verzeichnen einen schweren ökologischen Niedergang. Jahre des Kohleabbaus und eine extensive Wassernutzung haben sie stark beeinträchtigt – ein dringender Handlungsbedarf ist die Folge. Das vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) geleitete Vorhaben wird fortschrittliche Flussmodellierungstechniken erproben, um die Mindestwasserführung für ökologische Anforderungen zu bestimmen. Zudem werden Leitlinien für ein nachhaltiges Wassermanagement erarbeitet, die auf Klimadaten basieren und langfristige Resilienz sichern sollen.

Die Finanzierung des Projekts beläuft sich auf bis zu 2,7 Millionen Euro, wobei 70 Prozent aus EU-Mitteln für den Strukturwandel stammen. Die restlichen 30 Prozent übernimmt der Freistaat Sachsen. Ein zentraler Bestandteil der Maßnahmen ist die Reduzierung von Wasserentnahmen aus den Flüssen für die Bergbaufolgelandschaften. So wird etwa die Entnahme aus der Schwarzen Elster von 17 Millionen Kubikmetern im Jahr 2024 auf 9 Millionen Kubikmeter 2025 sinken, während die Lausitzer Neiße von 8 Millionen Kubikmetern (2023) auf 5 Millionen Kubikmeter (2025) zurückgeführt wird. Um diese Kürzungen auszugleichen, sollen 2025 insgesamt 48 Millionen Kubikmeter Kompensationswasser abgelassen werden, um den Wasserstand zu halten und die Ökosysteme zu stützen.

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Darüber hinaus wird das Projekt aktuelle Defizite bei der Wasserqualität analysieren und die wirksamsten Schutzmaßnahmen identifizieren. Durch die Wiederherstellung natürlicherer Fließgewässer soll der Lebensraum für aquatische Arten verbessert und die allgemeine Flussgesundheit gesteigert werden.

Das Vorhaben läuft bis Mitte 2029 und setzt klare Ziele für die ökologische Erholung. Durch verringerte Wasserentnahmen und erhöhte Ausgleichswassermengen sollen die Flusssysteme stabilisiert werden. Bei Erfolg könnten die entwickelten Strategien als Vorbild für andere Regionen mit ähnlichen Herausforderungen dienen.