Leipzig feiert Albert Lortzing – den vergessenen Star der Opernbühne
Lotta SchulteLeipzig feiert Albert Lortzing – den vergessenen Star der Opernbühne
Das Leipziger Lortzing-Festival feiert Leben und Werk Albert Lortzings – eines Musikers, der vom Publikum der Stadt geliebt, von der Elite aber ignoriert wurde. Geboren 1801 in Berlin, wurde er in Leipzig zum Star, doch trotz seiner Popularität verlor er seine Anstellung am Opernhaus. Das Festival ehrt heute seinen widerständigen, ironischen Geist mit Opernaufführungen, a-cappella-Darbietungen und Symposien.
Lortzings Eltern, Lederhändler mit einer Leidenschaft für das Theater, gründeten die Urania, eine Berliner Theatergesellschaft. Ihr Sohn erbte die Liebe zur Bühne und kam 1833 nach Leipzig. Dort wurde er schnell als Mimendarsteller und Buffo-Tenor bekannt und trat der Freimaurerloge Balduin zur Linde bei.
Seine erste Oper, Der Wildschütz, wurde von der Kritik ignoriert, doch das Publikum jubelte ihm begeistert zu. Dennoch war seine Karriere in Leipzig von Kämpfen geprägt. Als die Stadt drohte, den beliebten Theaterdirektor Friedrich Sebald Ringelhardt zu entlassen, verfasste Lortzing einen Protestbrief. Zehn Kollegen unterschrieben – vergeblich.
In seiner Oper Regina gab Lortzing den einfachen Menschen eine Stimme, etwa durch kraftvolle Straßenlied-Chöre. Er teilte den rebellischen Witz von Revolutionären wie Robert Blum und glaubte an eine durch Widerstand und Humor erneuerte Welt. Doch trotz seiner Verbundenheit mit dem Publikum entließ man ihn wegen sinkender Einnahmen aus dem Opernhaus.
Bei seinen letzten Auftritten skandierte das Publikum: "Lortzing, bleib bei uns!" und "Lortzing muss bleiben!" Ihre Hingabe konnte seine Entlassung nicht verhindern – doch sein Erbe lebt im lebendigen Treiben des Festivals weiter.
Das Leipziger Lortzing-Festival hält seinen Geist durch Musik und Diskussion wach. Seine Opern und a-cappella-Werke strahlen noch immer jenen Trotzd aus, der einst die Stadt begeisterte. Die Veranstaltung sorgt dafür, dass ein Mann, der von der Elite beiseitegeschoben wurde, weiterhin als Stimme des Volkes gehört wird.






