03 March 2026, 09:06

Leipziger Startup Primogene revolutioniert Herstellung von Muttermilch-Zuckern mit neuer Technik

Ein rotes Plakat mit einer Flasche Lactobyl und einer beschrifteten Textbeschriftung.

Leipziger Startup Primogene revolutioniert Herstellung von Muttermilch-Zuckern mit neuer Technik

Primogene: Leipziger Biotech-Startup revolutioniert Herstellung von Muttermilch-Zuckern

Das in Leipzig ansässige Biotech-Startup Primogene hat ein Verfahren entwickelt, um komplexe Zuckerverbindungen herzustellen, die in menschlicher Muttermilch vorkommen. Diese als humane Milcholigosaccharide (HMOs) bekannten Stoffe sind die drittgrößte feste Komponente in Muttermilch und bieten erhebliche gesundheitliche Vorteile. Nach erfolgreicher Finanzierungsrunde und branchenweiter Anerkennung skaliert das Unternehmen nun die Technik zur Produktion dieser bioidentischen Verbindungen.

Das Startup spezialisiert sich auf bioidentische Verbindungen und stellt Moleküle her, die denen in menschlicher Muttermilch nachempfunden sind. Dank einer eigens entwickelten Technik können HMOs im großen Maßstab produziert werden – mit potenziellen gesundheitlichen Vorteilen für alle Lebensphasen. Neben Säuglingsnahrung fertigt Primogene auch Inhaltsstoffe für Hautpflegeprodukte und pharmazeutische Rohstoffe an.

Aktuell laufen Tests der HMOs in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig. Zwar wurden noch keine klinischen Studien oder medizinischen Anwendungen angekündigt, doch die Zusammenarbeit soll das Potenzial der Substanzen weiter erforschen.

Primogene erwirtschaftet bereits erste Umsätze durch Partnerschaften und Vorbestellungen. Noch in diesem Jahr sollen kosmetische Wirkstoffe auf Basis der Technik auf den Markt kommen. Das mittlerweile elfköpfige Team ist kürzlich in größere Räumlichkeiten in Leipzig umgezogen, um die Kapazitäten auszubauen.

Die Finanzierung stammt von Business Angels mit Biotech-Schwerpunkt sowie von Fördergeldern des Freistaats Sachsen und der Stadt Leipzig. Zudem gewann das Startup 2024 den Sächsischen Gründerpreis, was die Sichtbarkeit weiter steigert. Sachsens Innovationsökosystem – unterstützt durch Initiativen wie futureSAX – hilft dabei, Ideen in marktreife Produkte und Partnerschaften zu überführen.

Mit der neuen Produktionsstätte und einem wachsenden Team bereitet sich Primogene auf die Hochskalierung bioidentischer HMOs vor. Die Technik könnte bald in Kosmetik, Pharmazeutika und Nahrungsergänzungsmitteln Einsatz finden. Weitere Forschung mit dem Fraunhofer-Institut könnte künftig zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten erschließen.

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