04 February 2026, 04:35

Licht und Rockmusik: Wie ein Gottesdienst junge Menschen in die Kirche zieht

Ein Altar in einer Kirche mit einem Kreuz, Statuen, Blumenbouquets, Kerzen mit Ständern, einem Tisch mit einer Decke und anderen Gegenständen, während die Wände mit Lichtern geschmückt sind.

Licht und Rockmusik: Wie ein Gottesdienst junge Menschen in die Kirche zieht

Licht für alle: Ein ungewöhnlicher Gottesdienst in Tiefenort zieht junge Menschen an

Die St.-Petri-Kirche in Tiefenort war am 1. Februar 2025 bis auf den letzten Platz gefüllt – beim Licht für alle-Gottesdienst. Trotz eisiger Temperaturen und eines vollen Terminkalenders im Dorf lockte die Veranstaltung überraschend viele Besucher, darunter besonders junge Menschen. Drinnen herrschte eine Atmosphäre, die eher an ein intimes Clubkonzert als an eine klassische Kirchenveranstaltung erinnerte.

Der Gottesdienst begann mit einer reiseartigen Struktur, die die Teilnehmer vom Alltag in die bildhafte Welt der Offenbarung des Johannes führte. Dramatische Szenen entfalteten sich, während sich die Gemeinde mit den Themen Licht und Hoffnung auseinandersetzte. Warme Beleuchtung ersetzte die sonst übliche Orgelmusik und schuf eine nachdenkliche Stimmung.

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Im Mittelpunkt des Abends stand das Duo The Quiet Side – Mathias Gunia und Michael "Muggemicha" Gerlach –, die mit Gitarre, Cajón und Mundharmonika einen handgemachten Klang zwischen Folk, Rock und spirituellen Klängen in die Kirche trugen. Selbst Pfarrer Thomas Volkmann stieg am Keyboard ein, wobei sein Talar kontrastierend zu der rockigen Energie der Musiker wirkte.

Das Programm reichte von dem lateinischen Hymnus Kyrie eleison über Beatles-Klassiker wie Here Comes the Sun bis hin zu ostdeutschen Rockballaden wie Die Sucher. Ein besonders bewegender Moment entstand während eines Kerzenrituals, bei dem jeder Besucher eine Flamme in einem großen schmiedeeisernen Fisch entzündete. Die Geste symbolisierte persönliche Hoffnungen oder stille Gebete und bildete den emotionalen Höhepunkt des Abends.

Viele verließen die Kirche mit einem persönlichen Segen, was das Gefühl von Verbundenheit noch verstärkte. Die Predigt thematisierte die Vision Jesu als inneres Feuer, das Menschen durch dunkle Zeiten führt.

Der Licht für alle-Gottesdienst brach mit Erwartungen: Die Kirche war voll, und das Publikum war jünger als sonst. Die Mischung aus Livemusik, Kerzenschein und persönlichen Segenswünschen hinterließ einen bleibenden Eindruck. Zwar bleiben die genauen Besucherzahlen vertraulich, doch die Wärme dieser Veranstaltung stach deutlich gegen die winterliche Kälte draußen ab.