Mainz 05 bricht Traditionen: Erste Frau führt durch die Fastnachtsitzung 2026
Lara WagnerFrauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainz 05 bricht Traditionen: Erste Frau führt durch die Fastnachtsitzung 2026
**Die 71. Ausgabe der Mainz 05 Fastnachtsitzung "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" bricht mit der Tradition und ernennen erstmals eine Frau zur Chefprotokollantin. Christina Grom führt durch die Veranstaltungen und bringt scharfe politische Satire auf die Bühne. Die langjährige Session bewahrt ihren klassischen Geist, setzt aber auf frischen Humor und mutige Gesellschaftskritik.
Diesjährige Revue markiert einen historischen Wandel mit Christina Grom an der Spitze. Ihre satirischen Ziele: Bundeskanzler Friedrich Merz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Donald Trump. Ein besonders treffender Spott schlug vor, im Himmel solle man die Gutenberg-Bibel nutzen, um Trumps "aufgeblähten Kopf" zu entlüften.
Andreas Schmitt, langjähriger Moderator, kehrte als "Hochaltar-Diener" zurück und wünschte Papst Leo XIV. scherzhaft viel Erfolg bei der Gleichberechtigung der Geschlechter. Er malte sich sogar eine Papstin aus, die den Segen Urbi et Orbi erteilt. Grom nahm auch die Wehrpflicht auf die Schippe und schlug ein Losverfahren für die Rekrutierung vor.
Der Ton der Veranstaltungen hat sich über die Jahrzehnte gewandelt. Frühere Ausgaben setzten auf direkte Angriffe, etwa auf CDU/CSU-Skandale in den 1980er- und 90er-Jahren. Heute verbindet die Satire Selbstironie mit pointierter Kritik an Themen wie Klimapolitik und Migration. Günter Lucks und das Team traten in der Mainz Rheinhessen-Halle auf und hielten die Tradition lebendig.
Jürgen Wiesmann übernahm erneut die Rolle des Ernst Lustig und sorgte für Kontinuität. Die Revue balancierte zwischen Innovation und vertrautem Charme – ein Beweis für ihre anhaltende Strahlkraft.
Die Ausgabe 2026 setzt mit Groms Führung und mutigerer politischer Satire neue Maßstäbe. Die Mischung aus Tradition und frischem Witz zeigt, wie sich die Veranstaltungen weiterentwickelt, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen. Das Publikum verließ die Halle mit Lachen – und viel Stoff zum Nachdenken.






