Mainzer Kult-Clowns Allerscheenste beenden 2026 ihre Fastnachts-Ära
Emma GüntherMainzer Kult-Clowns Allerscheenste beenden 2026 ihre Fastnachts-Ära
Die legendäre Clowntruppe Allerscheenste hat bekannt gegeben, dass sie ihre Sitzungen 2025 aussetzen und 2026 vollständig einstellen wird. Die Mainzer Faschingsgesellschaft, berühmt für ihren scharfen Dialekt-Humor und die lebendigen Fastnachts-Traditionen, leidet unter einem Mangel an neuen, aktiven Mitgliedern – insbesondere an Darstellern. Ohne frischen Nachwuchs steht die Zukunft der Gruppe auf dem Spiel.
1986 von langjährigen Mainz 05 Bürgern gegründet, avancierte die Allerscheenste schnell zu einer festen Größe in der Faschingszene der Stadt. Ihre Veranstaltungen im Keller der Augustinerstraße-Gaststätte ziehen mit unzensierter Schlagfertigkeit und unbezahlt auftretenden Rednern regelmäßig Publikum an. Das Symbol der Gruppe, ein Clown, verkörpert ihren verspielt-respektlosen Geist.
Seit 1996 verleiht die Gesellschaft den Aller-Allerscheenste-Preis an herausragende Persönlichkeiten des Mainz 05 Karnevals. Die Mitgliedschaft bleibt mit nur 1,11 Euro pro Monat erschwinglich, und alle drei Wochen treffen sich die Mitglieder im Augustinerkeller in der Altstadt. Doch trotz ihrer tiefen Verwurzelung kämpft die Truppe darum, jüngere Teilnehmer zu gewinnen. Holger Bartz, der seit 2019 amtierende Vorsitzende, übernimmt seitdem Aufgaben in Organisation, Fotografie und Dokumentation. Sein Ziel ist klar: die Allerscheenste wiederbeleben und ihren Platz in der Faschings-Kultur sichern. Doch ohne engagierte Darsteller könnten selbst seine Bemühungen nicht ausreichen, um die Tradition am Leben zu halten.
Die Pause 2025 und die Abschaffung 2026 markieren einen Wendepunkt für die Allerscheenste. Das Überleben der Gruppe hängt nun davon ab, neue Mitglieder zu finden, die ihren unverwechselbaren Humor und ihre Energie weitertragen. Ohne sie droht eine der beliebtesten Faschingsinstitutionen Mainzer Geschichte in Vergessenheit zu geraten.






