Maria Kolesnikowa erhält nach Haft den Internationalen Karlspreis in Aachen
Lara WagnerSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält nach Haft den Internationalen Karlspreis in Aachen
Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa hat nach über drei Jahren endlich den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Verleihung fand am Samstag im historischen Krönungssaal von Aachen statt. Ihre Entlassung aus der Haft im Dezember 2025 machte die längst überfällige Annahme des Preises erst möglich.
Kolesnikowa war bereits 2022 als Preisträgerin benannt worden, doch ihre elfjährige Haftstrafe in einer belarussischen Strafkolonie verhinderte damals ihre Teilnahme. Die Auszeichnung würdigt ihren Einsatz für demokratische Rechte und freie Wahlen in Belarus, wo sie während der Proteste 2020 gegen das Regime von Präsident Alexander Lukaschenko zu einer Schlüsselfigur wurde.
Seit ihrer Freilassung im Dezember 2025 genießt Kolesnikowa in Deutschland politisches Asyl. Unterdessen bleibt die Lage in Belarus angespannt. UN-Experten berichten von anhaltender Repression, wobei freigelassene Häftlinge oft zwangsweise deportiert werden – eine Praxis, die nun vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) untersucht wird. Die Regierung Lukaschenko weist internationale Kritik an Menschenrechtsverletzungen weiterhin als "extremistisch" zurück und festigt gleichzeitig die Bindungen zu Russland, China und sogar den Taliban.
Der jährlich verliehene Karlspreis ehrt Persönlichkeiten, die sich besonders um die europäische Einheit und Werte verdient gemacht haben. Kolesnikowas verspätete Annahme des Preises unterstreicht sowohl ihren persönlichen Kampf als auch die größeren Herausforderungen, vor denen die belarussische Oppositionsbewegung steht.
Ihre Ankunft in Deutschland markiert einen Neuanfang nach Jahren der Inhaftierung. Die Preisverleihung in Aachen hat die politische Lage in Belarus erneut in den Fokus gerückt, wo die Unterdrückung trotz internationaler Beobachtung anhält. Ihr Asylstatus ermöglicht es ihr, ihren Einsatz für Demokratie und Menschenrechte von außerhalb des Landes fortzusetzen.