09 May 2026, 20:02

Massenrücktritt im Sächsischen Landesfrauenrat nach Skandalen und Machtkämpfen

Plakat mit zwei Frauen, eine küsst die andere, mit Text unten: "Charity und Gerechtigkeit nach dem Pastell in der Königlichen Galerie, Dresden, aus einem Kohledruck von Braun"

Massenrücktritt im Sächsischen Landesfrauenrat nach Skandalen und Machtkämpfen

Die gesamte Führung des Sächsischen Landesfrauenrats ist nach wochenlangen Kontroversen zurückgetreten. Der kollektive Rücktritt erfolgte kurz vor einer geplanten Abstimmung über die Absetzung eines eigenen Vorstandsmitglieds, Alexa von Künsberg. Vorwürfe wegen Fehlmanagements, politischer Voreingenommenheit und finanzieller Unregelmäßigkeiten hatten die Organisation bereits unter massiven Druck gesetzt.

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Der Landesfrauenrat, ein Dachverband für Frauenverbände in Sachsen, geriet zunehmend in die Kritik, nachdem Berichte über veruntreute Gelder bekannt geworden waren. Im Jahr 2023 hatte der Rat 50.000 Euro für ein Projekt erhalten, das die Vernetzung von Frauen in der Wirtschaft fördern sollte – doch die Initiative wurde nie umgesetzt. Weitere Mittel sollen stattdessen in eine Kampagne geflossen sein, die sich für die Legalisierung von Spätabtreibungen bis zum neunten Monat in Polen einsetzte – auch dieses Vorhaben kam nie zustande.

Zusätzliche Spannungen entstanden, als Vorwürfe laut wurden, der Rat habe eine Vertreterin der Frauen-Union der CDU, der Frauenorganisation der Partei, ausgeschlossen. Kritiker warfen der Führung zudem Verbindungen zu linksextremen Kreisen vor, was der Rat jedoch bereits im März als „völlig haltlos“ zurückwies.

Alexa von Künsberg, das umstrittene Vorstandsmitglied, erklärte, sie sei vom E-Mail-System des Rats ausgesperrt und der Zutritt zu den Büroräumen verweigert worden. Die Lage eskalierte so weit, dass sich Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) in ein Telefonat mit Vorstandsmitgliedern einschaltete, um die Krise zu besprechen.

Statt wie geplant über die Absetzung von Künsbergs abzustimmen, trat die gesamte Führung geschlossen zurück.

Die Rücktritte hinterlassen den Landesfrauenrat ohne seine Spitzenkräfte und werfen Fragen nach dem weiteren Vorgehen auf. Die Organisation muss nun die ungelösten finanziellen und politischen Probleme in ihren Reihen klären. Ob es gelingt, das Vertrauen der Mitgliedsverbände und politischen Akteure wiederherzustellen, wird davon abhängen, ob eine neue Führung die nötige Glaubwürdigkeit zurückgewinnen kann.

Quelle