Mecklenburg-Vorpommerns Landwirte fürchten 160 Millionen Euro Verluste durch EU-Kürzungen
Lara WagnerBackhaus: Ländliche Regionen dürfen nicht vernachlässigt werden - Mecklenburg-Vorpommerns Landwirte fürchten 160 Millionen Euro Verluste durch EU-Kürzungen
Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern sehen sich mit massiven finanziellen Risiken konfrontiert, da die EU-Agrarsubventionen unter Druck geraten. Sollten die geplanten Kürzungen umgesetzt werden, könnte die Region jährlich über 160 Millionen Euro verlieren. Agrarminister Till Backhaus warnte, dass mehr als 1.000 Betriebe von den Einschnitten hart getroffen würden.
Die Debatte über die EU-Agrarpolitik hat sich seit 2020 zugespitzt, angetrieben durch den Europäischen Green Deal und strengere Nitratvorschriften. Aktuelle Gerichtsurteile haben die Unsicherheit weiter verstärkt und Landwirte im Unklaren über die Düngeregeln zurückgelassen.
Hintergrund der geplanten Kürzungen sind neue EU-Pläne, die Subventionen für größere Betriebe deckeln und reduzieren sollen. Diese Änderungen würden die Fördergelder in ganz Europa um Hundertmillionen kürzen. Backhaus betonte, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nicht nur Landwirte unterstütze, sondern auch ländliche Gemeinden stärke.
Auf der anstehenden Agrarministerkonferenz wird Backhaus für klarere, rechtssichere Düngeregeln kämpfen. Er forderte zügige Anpassungen, um den Landwirten dringend benötigte Planungssicherheit zu geben. Zudem äußerte der Minister Bedenken zur Finanzierung der GAP nach 2028 und warnte, dass die aktuellen Vorschläge die Lage weiter verschärfen könnten.
Bereits zu Jahresbeginn war es zu Protesten gekommen, als Landwirte sich gegen Kürzungen bei den Flächen für Düngemittel und Pestizide wehrten. Während Politiker wie der AfD-nahe Minister Tilman Brüngger für Deregulierung plädieren, verlangen EU-Vorgaben bis 2026 eine Reduzierung konventioneller Ackerflächen um 20 Prozent. Backhaus hat wiederholt auf die Risiken dieser widersprüchlichen Forderungen hingewiesen.
Falls die Kürzungen durchgesetzt werden, drohen dem Agrarsektor in Mecklenburg-Vorpommern erhebliche finanzielle Einbußen. Über 1.000 Betriebe müssten mit sinkenden Subventionen kämpfen, während anhaltende Rechtsstreitigkeiten um Nitratregeln die Instabilität verstärken. Das Ergebnis der Agrarministerkonferenz könnte entscheiden, ob strengere Düngeregeln oder alternative Finanzierungslösungen eingeführt werden.






