Münsters Karneval startet mit Promi-Prozess und ausverkauftem Haus
Emma GüntherMünsters Karneval startet mit Promi-Prozess und ausverkauftem Haus
Münsters 55. Paohlbürger-Karnevalsgericht eröffnet am 13. Januar 2026 mit einem prominent besetzten Scheinprozess
Die traditionsreiche Veranstaltung der Paohlbürger Karnevalsgesellschaft startet mit einem humorvollen Schauprozess, bei dem vier bekannte Persönlichkeiten sich gegen erfundene, scherzhafte Anklagen verteidigen müssen. Alle 200 Karten sind längst ausverkauft – unter den Zuschauern werden auch lokale Karnevalsvereine wie die KG Böse Geister erwartet.
In diesem Jahr stehen die Sängerin Mary Roos, der TV-Moderator Jörg Draeger, der Fleischindustrielle Clemens Tönnies und Münsters Oberbürgermeister Tilmann Fuchs vor dem "Tennisplatz-Gericht", einer Karnevalsinstitution seit über fünf Jahrzehnten.
Roos muss sich wegen eines angeblichen Skandals aus ihrer Gesangskarriere verantworten – die genauen Vorwürfe bleiben jedoch Teil der Bühnenshow. Draeger, vertreten von seinem Freund und Kollegen Harry Wijnvoord, spielt bereits mit und scherzt: "Diese Augen lügen nicht." Tönnies hingegen wird vorgeworfen, zu viel Geld in den FC Schalke 04 statt in seinen Heimatverein Preußen Münster investiert zu haben. Fuchs, dem übermäßiger Einsatz der Farbe Grün in städtischen Projekten angelastet wird, beteuert seine Unschuld und kündigt an, sie zu beweisen. Alle vier Angeklagten haben sich gründlich vorbereitet – unterstützt von drei (namentlich nicht genannten) Verteidigungskünstlern. Am Ende wird der Richter im lockeren Urteil entscheiden, wer "schuldig" ist.
Der Prozess verbindet Satire mit lokalem Brauchtum und zieht wie in den Vorjahren ein ausverkauftes Haus an. Nach dem Spruch klingt die Veranstaltung mit den üblichen Karnevalsfeiern aus. Die Paohlbürger Karnevalsgesellschaft hat damit erneut einen fiktiven Gerichtssaal in einen Höhepunkt der Münsterschen Faschingsaison verwandelt.






