Nach tödlichem Angriff: Bahnmitarbeiter fordern strengere Sicherheitsregeln bis April 2026
Lara WagnerNach tödlichem Angriff: Bahnmitarbeiter fordern strengere Sicherheitsregeln bis April 2026
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar 2026 wird über neue Sicherheitsmaßnahmen für Bahnmitarbeiter diskutiert. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat eine Überprüfung der aktuellen Vorkehrungen bis Ende April angekündigt, während Gewerkschaften strengere Regeln fordern.
Die Frage spaltet die Verantwortlichen: Einige befürworten zusätzliche Schutzmaßnahmen, andere warnen vor steigenden Kosten und logistischen Herausforderungen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verlangt, dass Zugbegleiter künftig nur noch im Zweierteam eingesetzt werden. Dies folgt auf den tödlichen Überfall auf einen allein arbeitenden Mitarbeiter Anfang dieses Jahres. EVG-Chef Martin Burkert kritisierte die Reaktion der Minister als unzureichend und warnte, dass die Gewalt gegen Beschäftigte ohne konsequentes Handeln weiter zunehmen werde.
Die jährlichen Statistiken verzeichnen über 3.000 Angriffe auf Bahnmitarbeiter im Jahr 2025 – eine Zahl, die mit den Vorjahren vergleichbar ist. Fast die Hälfte richtete sich gegen Regionalzug-Personal, ein Drittel betraf Sicherheitskräfte, besonders in Regionen wie Rheinland-Pfalz in der Nähe von Kaiserslautern. Trotz dieser Zahlen gibt es keine offizielle Erhebung der Vorfälle seit dem Angriff im Februar 2026.
Die Deutsche Bahn hat bereits Körperkameras für Kundenservice-Teams eingeführt und die Pflicht zur Vorlage des Ausweises für Fahrkartenkontrolleure abgeschafft. Gleichzeitig führt Minister Schnieder Gespräche mit Behörden, um die Überwachung an Bahnhöfen zu verbessern. Die Verkehrsministerkonferenz (VMK) lehnte jedoch bundesweite Vorgaben zu Mindestpersonalstärken ab und argumentiert, dass die Crew-Größen sich an regionalen Bedürfnissen orientieren sollten.
Die VMK unterstützt zwar ein Verbot von Waffen und Messern im Personenverkehr, betont aber, dass zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen vom Bund finanziert werden müssten. Gegen eine verpflichtende Zweierbesetzung sprechen aus ihrer Sicht die Kosten und Flexibilitätsbedenken. Schnieders Prüfung soll klären, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen. Das Ergebnis könnte entscheiden, ob strengere Regeln – wie die Zweierteam-Pflicht – durchgesetzt werden. Bis dahin bleiben Gewerkschaften und Verkehrsbehörden uneins darüber, wie Bahnmitarbeiter am besten geschützt werden können.






