Norbert Himmler bleibt trotz Kritik weiter ZDF-Intendant
Norbert Himmler bleibt nach einer Abstimmung am Freitag für eine weitere Amtszeit Intendant des ZDF. Der Rundfunkrat bestätigte seine Wiederwahl, obwohl die Kritik an der Ausrichtung des Senders weiterhin anhält. Im Auswahlverfahren trat kein ernsthafter Konkurrent gegen ihn an.
Himmler blickt auf eine lange Karriere beim ZDF zurück, die 1998 als Volontär begann. Im Laufe der Jahre stieg er auf, arbeitete als Assistent des Chefredakteurs, Leiter der Programmplanung und später als Direktor der Unterhaltungsabteilung. 2014 entschied er als Programmdirektor, die langjährige Unterhaltungsshow Wetten, dass..? abzusetzen – eine umstrittene Maßnahme.
Doch 2021 holte er die Sendung als Intendant zurück. Anfangs verfolgten 4,5 bis 5 Millionen Zuschauer jede Folge, doch bis 2025/2026 sanken die Einschaltquoten auf 2,5 bis 3,5 Millionen. Zwar bleibt die Show ein fester Bestandteil des Samstagabendprogramms, liegt aber mittlerweile hinter Spitzenformaten wie dem Traumschiff und großen Sportereignissen.
Geboren 1971 in Mainz, studierte Himmler Politikwissenschaft und Germanistik, bevor er sein gesamtes Berufsleben dem ZDF widmete. Seine Führung stand zuletzt im Fokus der Kritik, etwa wegen eines Skandals um KI-generierte Bilder und anhaltender Fragen zur Relevanz des Senders. Dennoch behinderten diese Vorfälle seine Wiederwahl nicht. Als Intendant bezieht er ein Jahresgehalt von 372.000 Euro.
Die Entscheidung festigt Himmlers anhaltenden Einfluss auf die Zukunft des ZDF. Seine zweite Amtszeit beginnt in einer Phase sich wandelnder Sehgewohnheiten und interner Herausforderungen. Unter seiner verlängerten Führung wird der Sender nun bestrebt sein, das Programm zu stabilisieren.