Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft um Überleben im dritten Krisenjahr
Lotta SchulteOstdeutsche Chemieindustrie kämpft um Überleben im dritten Krisenjahr
Ostdeutschlands Chemieindustrie steckt im dritten Krisenjahr in Folge
Hohe Kosten und schwache Nachfrage drücken die Produktion der ostdeutschen Chemieindustrie weiter nach unten. Doch die mögliche Rettung des insolventen Unternehmens Domo in Leuna gibt Anlass zur Hoffnung, den angeschlagenen Sektor zu stabilisieren. Branchenvertreter und Politiker werden am kommenden Mittwoch über die neuesten Entwicklungen beraten.
Die Chemieindustrie in Ostdeutschland beschäftigt zwar noch rund 63.000 Menschen, schrumpft aber kontinuierlich weiter. Die traditionelle chemische Produktion ging im vergangenen Jahr um etwa drei Prozent zurück, viele Unternehmen arbeiten deutlich unter ihren Kapazitäten. Nur jedes zehnte Unternehmen rechnet in naher Zukunft mit einer Besserung der Lage – die Stimmung bleibt verhalten.
Hohe Energiekosten, teure Rohstoffe, strengere Vorschriften und der harte globale Wettbewerb haben die Krise verschärft. Um über die Runden zu kommen, bauen viele Betriebe Stellen ab. Der Gesamtumsatz der chemischen und pharmazeutischen Industrie lag 2025 bei rund 28,5 Milliarden Euro, doch das minimale Wachstum von 0,5 Prozent ging allein auf das Konto der Pharmabranche.
Vor diesem düsteren Hintergrund sticht die mögliche Rettung von Domo in Leuna als eines der wenigen positiven Signale hervor. Gelingt sie, könnte dies nicht nur den Chemiestandort Leuna stabilisieren, sondern auch ein Wendepunkt für die gesamte Region sein. Am Mittwoch werden Sachsens-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze, der Insolvenzverwalter und Vertreter des Chemieparks die Öffentlichkeit über den Stand der Dinge informieren.
Die Rettung von Domo könnte der unter massivem Druck stehenden Branche dringend benötigte Entlastung bringen. Doch die grundlegenden Herausforderungen – von den Energiekosten bis zum globalen Wettbewerb – bleiben ungelöst. Trotz vereinzelter Lichtblicke hängt die Zukunft der Industrie weiterhin in der Schwebe.






