01 March 2026, 12:03

Palforzia wird eingestellt: Was bedeutet das für Kinder mit Erdnussallergie?

Eine Schachtel voller Erdnüsse mit einer Plastikabdeckung und einem Löffel daneben, umgeben von mehreren anderen Schachteln, alle auf einem Tisch.

Palforzia wird eingestellt: Was bedeutet das für Kinder mit Erdnussallergie?

Palforzia, das erste zugelassene Medikament zur Erdnussallergie-Desensibilisierung, wird nicht mehr verfügbar sein

Der Hersteller Stallergenes Greer hat die Einstellung des Präparats bekannt gegeben – der Vertrieb soll bis zum 31. Juli dieses Jahres enden. Die Entscheidung folgt einer Bewertung, wonach die Therapie keinen nachgewiesenen zusätzlichen Nutzen im Vergleich zu bestehenden Behandlungsansätzen bietet.

Das Medikament war 2021 als bahnbrechende Option für kinder und Jugendliche mit schweren Erdnussallergien auf den Markt gekommen. Klinische Studien zeigten, dass 67–68 % der behandelten kinder eine Desensibilisierung gegenüber 600 mg Erdnussprotein erreichten – in der Placebo-Gruppe waren es nur 4–9 %. 2025 wurde die Zulassung sogar auf jüngere kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren ausgeweitet.

Doch der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) stellten den Nutzen infrage. Ihre Analysen deuteten darauf hin, dass eine strikte erdnussfreie Ernährung ähnliche Ergebnisse erzielen könne – ohne Medikation. Der Hersteller betonte, dass die Einstellung nicht mit Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Qualität oder Wirksamkeit zusammenhänge.

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Um den Übergang zu erleichtern, wird Stallergenes Greer wichtige Bestände noch eine Zeitlang bereithalten. Das Starterset für die Dosissteigerung bleibt bis zum 31. März 2026 erhältlich, die Erhaltungsdosis von 300 mg wird bis März 2027 ausgeliefert. Auch die Phasen zur Dosiserhöhung bleiben bis Ende 2026 möglich. Das Unternehmen sicherte zu, in dieser Zeit alle regulatorischen Anforderungen zu erfüllen, um die Versorgung der Patienten mit möglichst wenig Unterbrechungen zu gewährleisten.

Seit der Markteinführung von Palforzia hat die Forschung zu Erdnussallergie-Therapien Fortschritte gemacht. Zu den derzeit untersuchten Alternativen zählen die Patch-basierte Immuntherapie (epikutane Immuntherapie), der monoklonale Antikörper Ligelizumab – der sich in Phase-III-Studien befindet – sowie verbesserte Diagnoseverfahren mithilfe von Marker-Allergenen. Diese Entwicklungen zielen darauf ab, die Behandlungsmöglichkeiten für schwere Fälle weiter zu verfeinern.

Das Ende von Palforzia markiert das Aus für die erste zugelassene Desensibilisierungstherapie bei Erdnussallergien. Patienten, die das Medikament derzeit anwenden, haben jedoch noch für die kommenden Jahre Zugang zu den notwendigen Dosen. Gleichzeitig läuft die Forschung an neuen Therapieansätzen weiter – mit potenziellen zukünftigen Optionen für die Behandlung schwerer Erdnussallergien.