09 March 2026, 06:04

Pharma-Fonds wächst trotz Reformpläne – doch die Zukunft bleibt ungewiss

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo, das '19 Millionen Amerikaner werden geschätzt jährlich 400 USD an Arzneimittelkosten sparen' lautet.

Pharma-Fonds wächst trotz Reformpläne – doch die Zukunft bleibt ungewiss

Pharmazeutischer Dienstleistungsfonds (pDL) verzeichnet stetiges Wachstum im dritten Quartal – trotz steigender Leistungsansprüche

Trotz wachsender Ansprüche auf Dienstleistungen verzeichnete der Pharmazeutische Dienstleistungsfonds (pDL) im dritten Quartal ein stabiles Wachstum. Fast 35 Millionen Euro flossen in den Fonds, sodass nach Abzug der Kosten noch über 548 Millionen Euro verfügbar blieben. Unterdessen hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) angekündigt, den pDL im Rahmen der geplanten Apothekenreformen aufzulösen.

Patientenberatung stark ausgebaut – aber mit Schwankungen Die patientenorientierten Dienstleistungen wurden im letzten Quartal deutlich ausgeweitet. Insgesamt erhielten 91.274 Menschen eine Schulung zur korrekten Anwendung von Inhalatoren – ein Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allerdings lag die Zahl 16 Prozent unter dem Wert des vorherigen Quartals. Auch die erweiterte Beratung bei Polymedikation verzeichnete einen deutlichen Zuwachs: 78.949 Patienten, die fünf oder mehr Medikamente einnehmen, erhielten eine individuelle Betreuung – ein Plus von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 21 Prozent mehr als im zweiten Quartal. Zudem führten Apotheken 44.527 standardisierte Risikobewertungen bei Bluthochdruck durch, 43 Prozent mehr als im Vorjahr und 13 Prozent mehr als im vorherigen Quartal.

Not- und Nachtdienstfonds (NNF) mit deutlichem Zuwachs – pDL bleibt finanziell stabil Der Not- und Nachtdienstfonds (NNF) schüttete im dritten Quartal 11,3 Millionen Euro aus – ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 55 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2022. Gleichzeitig reichten 8.777 Apotheken Abrechnungen beim pDL ein, was die anhaltende Nachfrage nach geförderten Leistungen unterstreicht. Trotz der gestiegenen Inanspruchnahme überstiegen die Einnahmen des Fonds weiterhin die Ausgaben, sodass seine finanzielle Lage weiterhin solide bleibt.

BMG plant Umverteilung der Mittel – Zukunft der Patientenleistungen ungewiss Das BMG beabsichtigt, den bisherigen 20-Cent-Zuschlag pro Packung, der bisher in den pDL fließt, künftig für den Notdienst zu verwenden. Diese Neuausrichtung erfolgt im Vorfeld der geplanten Auflösung des Fonds im Rahmen der Apothekenreform. Für die Inhalator-Schulungen und Polymedikations-Beratungen liegen unter dem neuen Abrechnungssystem noch keine Vergleichsdaten vor, sodass sich die Entwicklung im Jahresvergleich derzeit nicht abschätzen lässt.

Fazit: pDL bleibt trotz Reformplänen vorerst handlungsfähig Das Wachstum des pDL im dritten Quartal unterstreicht seine Bedeutung für die Patientenversorgung – auch wenn das BMG die Finanzierung der Apothekenleistungen umstrukturieren will. Mit über 548 Millionen Euro verfügbaren Mitteln ist der Fonds vorerst gut aufgestellt. Die geplanten Reformen werden jedoch die bestehende Umlage neu verteilen und damit die Finanzierung von Notdiensten und Medikamentenberatungen grundlegend verändern.

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