Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland erreichen neuen Höchststand – fast jeder Dritte betroffen
Marie SchneiderRechtsextreme Einstellungen in Deutschland erreichen neuen Höchststand – fast jeder Dritte betroffen
Eine neue Studie belegt einen Anstieg rechtsextremer Einstellungen in Deutschland über die vergangenen vier Jahre. Die vom Bundeskriminalamt (BKA) geleitete Forschungskooperation zeigt eine deutliche Zunahme an Menschen mit extremistischen Ansichten. Die Erkenntnisse stammen aus dem aktuellen MOTRA-Monitor, dem bislang umfassendsten Bericht des Projekts.
Die MOTRA-Studie beobachtet Radikalisierungstrends in Deutschland seit 2019. Der jüngste Bericht für 2024/25 untersucht, wie Medienkonsum politische Haltungen prägt. Die Forscher:innen konzentrierten sich dabei auf Printmedien mit politisch umstrittenen Linien, darunter Compact, Junge Freiheit, Tichys Einblick, Junge Welt sowie islamische Formate wie IslamiQ und Al Jazeera.
Um rechtsextreme Tendenzen zu messen, wurden Teilnehmende gebeten, zu zehn Aussagen Stellung zu nehmen. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Wandel: Zwischen 2021 und 2025 stieg der Anteil der "Rechtssympathisant:innen" oder "latent Rechtsextremen" von 21,8 auf 29,6 Prozent. 2025 vertraten 5,4 Prozent der Deutschen ein "voll ausgeprägtes rechtsextremes Weltbild". Bei Leser:innen rechtsextremer Medien lag der Wert leicht niedriger bei 4,8 Prozent.
Der Bericht warnt vor dem wachsenden Einfluss einer "antidemokratischen, radikalen Minderheit". Ihre extremistische Rhetorik berge die Gefahr, demokratische Normen im Land zu untergraben.
Der MOTRA-Monitor 2024/25 liefert eine präzise Momentaufnahme der politischen Stimmungslage in Deutschland. Die Daten bestätigen einen stetigen Anstieg rechtsextremer Sympathien – fast ein Drittel der Bevölkerung zeigt mittlerweile latente extremistische Tendenzen. Behörden und Forscher:innen werden die Ergebnisse vermutlich nutzen, um künftige Risiken für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die demokratische Stabilität einzuschätzen.






