Rechtsextreme Vorfälle an sächsischen Schulen erreichen besorgniserregenden Höchststand
Lotta SchulteRechtsextreme Vorfälle an sächsischen Schulen erreichen besorgniserregenden Höchststand
Rechtsextreme Vorfälle an sächsischen Schulen nehmen dramatisch zu
Neuen Zahlen zufolge steigen rechtsextreme Vorfälle an Schulen in Sachsen stark an. Im Jahr 2025 meldeten 82 Schulen in 82 Städten und Gemeinden 245 Fälle, bei etwa zwei Dritteln davon war die Polizei eingeschaltet. Die Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnet den Trend als "zutiefst alarmierend" und fordert entschlossenes Handeln der Behörden.
Die aktuellen Daten, deren offizielle Veröffentlichung für März geplant ist, zeigen einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu 2024, als 185 rechtsextreme Straftaten im schulischen Umfeld registriert wurden. Für 2024 lagen zwar keine genauen Zahlen zu betroffenen Schulen vor, doch die Erhebungen von 2025 belegen Vorfälle in allen Schulformen – einschließlich Grundschulen. Besonders betroffen sind die Regionen Leipzig, Dresden und Chemnitz.
Zu den gemeldeten Vorfällen zählen unter anderem Arbeitsblätter mit der Unterschrift "Heil Hitler", Schüler:innen in "White Power"-T-Shirts sowie Hakenkreuze in Schulheften, Hitlergrüße und Forderungen, "Kinder mit Kopftuch in Konzentrationslager zu stecken". Die GEW warnt, dass die tatsächliche Zahl der Fälle aufgrund von Dunkelziffern noch höher liegen dürfte.
Die Gewerkschaft drängt auf die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle in der Schulverwaltung, die Lehrkräfte bei der Bewältigung solcher Vorfälle unterstützt. Zudem fordert sie das Ministerium auf, die rechtlichen Pflichten von Lehrkräften klarer zu definieren und deren Engagement für Demokratie und Menschenrechte zu stärken. Viele Pädagog:innen sehen sich mit Drohungen konfrontiert, weil sie sich gegen rechtsextreme Positionen aussprechen – die AfD wird beschuldigt, unter dem Deckmantel der Neutralität Lehrkräfte einzuschüchtern.
Die GEW besteht darauf, dass Lehrkräfte, die rechtsextremen Ansichten entgegentreten, besser geschützt werden müssen. Ohne klarere Richtlinien und Unterstützung befürchtet die Gewerkschaft einen weiteren Anstieg der Vorfälle. Bisher haben die Behörden noch keine konkreten Maßnahmen für die am stärksten betroffenen Schulen vorgestellt.