Reform der Regionalliga: Warum der Streit um Regional- und Kompassmodell eskaliert
Emma GüntherReform der Regionalliga: Warum der Streit um Regional- und Kompassmodell eskaliert
Streit um Reform der Regionalliga: Regionalmodell oder "Kompassmodell"?
Ein geplanter Reformvorschlag für das deutsche Regionalliga-System hat eine hitzige Debatte unter Vereinen und Funktionären ausgelöst. Die hinter den Änderungen stehende Arbeitsgruppe befürwortet ein Regionalmodell, doch viele Klubs kritisieren, dass dadurch ungerechte Teilungen entstehen würden. Stattdessen unterstützt ein wachsendes Bündnis von rund 70 Vereinen ein Alternativkonzept namens Kompassmodell, das ihrer Meinung nach eine fairere und wettbewerbsfähigere Struktur bietet.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Neuordnung der fünften Liga. Kritiker warnen, dass das Regionalmodell erfolgreiche Vereine benachteiligen und die Spaltung im deutschen Fußball vertiefen könnte.
Die mit der Regionalliga-Reform beauftragte Arbeitsgruppe hat ein Regionalmodell vorgelegt, das die Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu zwei Ligen zusammenlegt, während West und Südwest unverändert bleiben sollen. Ziel ist ein System mit vier Divisionen, in dem jeder Meister den Aufstieg in die 3. Liga schaffen könnte.
Doch der Vorschlag stößt auf scharfe Ablehnung. Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), nannte ihn "völlig realitätsfremd" und warf vor, er richte sich gezielt gegen Klubs, die sich kritisch geäußert hätten. Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, bezeichnete die Idee als "schlechten Witz" und kritisierte "erschreckende Fehleinschätzungen" der Fußball-Funktionäre. Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne Aufstiegsreform 2025, bezeichnete den Plan als politisch motiviert und warnte vor einer weiteren Zersplitterung des Fußballs.
Demgegenüber gewinnt das Kompassmodell bei etwa 70 Vereinen an Zustimmung. Dieses System würde die vier Staffeln jedes Jahr nach Reiseentfernungen neu ordnen, um Chancengleichheit und faire Aufstiegsregeln zu garantieren. Toni Wachsmuth, Geschäftsführer des 1. FC Lokomotive Leipzig, betonte die Stärke der Nordost-Regionalliga und verwies auf ihre traditionsreichen Vereine und hohen Zuschauerzahlen. Winkler argumentierte, das Kompassmodell sei gerechter, weil es den NOFV erhält und alle Teams gleich behandelt.
Befürworter des Kompassmodells behaupten, es belohne sportliche Leistung, sichere verlässliche Aufstiege und biete Planungssicherheit. Es löse endlich die ungelösten Probleme des Regionalliga-Systems und schaffe ausgeglichene Wettbewerbsbedingungen in allen Ligen.
Die Reformdebatte dreht sich nun um zwei gegensätzliche Visionen: Während das Regionalmodell der Arbeitsgruppe den Aufstieg vereinfachen, aber Vorwürfe der Ungerechtigkeit auf sich ziehen soll, hat das Kompassmodell eine große Gruppe von Vereinen hinter sich vereint, die sich für gleiche Rahmenbedingungen und sportliche Leistungsgerechtigkeit einsetzen.
Da noch keine Einigung in Sicht ist, droht der Streit die Unsicherheit für Vereine und Fans in der fünften Liga weiter zu verlängern.






