Riesige Wasserstoff-Pipeline in Niedersachsen ebnet Weg für grünen Stahl bis 2029
Emma GüntherRiesige Wasserstoff-Pipeline in Niedersachsen ebnet Weg für grünen Stahl bis 2029
Neue große Wasserstoff-Pipeline soll durch Teile Niedersachsens verlaufen – ein Meilenstein für grüne Stahlproduktion
Eine neue, 68 Kilometer lange Wasserstoff-Pipeline wird künftig durch Teile Niedersachsens führen und ist ein zentraler Baustein für die klimafreundlichere Stahlherstellung. Die Trasse, die von Wefensleben bis nach Salzgitter verläuft, soll das Stahlwerk der Salzgitter AG mit Wasserstoff versorgen. Die Planung hat nun eine entscheidende Phase erreicht: Aktuell laufen Vermessungen und Genehmigungsverfahren, bevor 2027 mit dem Bau begonnen wird.
Die Ontras Gastransport GmbH hatte bereits 2020 erste Vorarbeiten für das Projekt aufgenommen. Die Pipeline ist Teil eines über 600 Kilometer langen Netzes in Ost- und Mitteldeutschland, wobei 80 Prozent der Strecken auf bestehende Gasleitungen zurückgreifen und die restlichen 20 Prozent neu gebaut werden. Der Abschnitt zwischen Wefensleben und Salzgitter wird einen Durchmesser von 80 Zentimetern haben – die bisher größte Einzelbeschaffung des Unternehmens.
Die Route führt durch die Landkreise Helmstedt, Wolfenbüttel und Salzgitter, bevor sie das Werk der Salzgitter AG erreicht. Sie spielt eine Schlüsselrolle im SALCOS-Programm, das durch den Ersatz von Kohle durch Wasserstoff die Produktion von „grünem Stahl“ vorantreibt. Ontras hat nun das formelle Genehmigungsverfahren eingeleitet; eine öffentliche Bekanntmachung erschien bereits im Amtsblatt des Landkreises Wolfenbüttel.
Bevor der genaue Verlauf feststeht, werden von Ende Juni bis Anfang August ökologische Untersuchungen durchgeführt. Dabei prüfen Teams, ob in den betroffenen Gebieten der Europäische Hamster vorkommt. Nach erfolgreicher Genehmigung soll der Bau 2027 starten, die Inbetriebnahme der Pipeline ist für Dezember 2029 geplant.
Die Leitung wird die Umstellung der Salzgitter AG auf wasserstoffbasierte Stahlproduktion direkt unterstützen. Nach Fertigstellung wird sie eine zentrale Infrastruktur für Deutschlands Wandel hin zu einer kohlenstoffärmeren Industrie sein. Der Betrieb soll bis Ende 2029 aufgenommen werden – nach sechs Jahren Planung und Bauzeit.






