Sachsen-Anhalt setzt 2023 auf Abschiebungshaft – 37 Fälle und neue Haftplätze ab 2027
Lara Wagner37 Personen in Sachsen-Anhalt 2025 zur Abschiebung festgenommen - Sachsen-Anhalt setzt 2023 auf Abschiebungshaft – 37 Fälle und neue Haftplätze ab 2027
Sachsen-Anhalt nahm 2023 37 Personen in Abschiebungshaft
Im vergangenen Jahr setzte Sachsen-Anhalt in 37 Fällen Abschiebungshaft ein – eine kurzfristige Maßnahme, um zu verhindern, dass Betroffene ihre Abschiebung vereiteln. Da es im Land keine eigenen Haftplätze gibt, wurden die meisten Inhaftierten in Einrichtungen anderer Bundesländer untergebracht.
Wie die Behörden mitteilten, handelte es sich bei den 2024 Inhaftierten mehrheitlich um sechs Syrer und vier Iraker. Als Hauptgrund für die Haft wurde ein hohes Fluchtrisiko genannt.
576 Abschiebungen und über 1.000 freiwillige Ausreisen im Jahr 2025 Im Jahr 2025 führte Sachsen-Anhalt 576 Zwangsabschiebungen durch. Weitere 1.027 Menschen verließen das Land freiwillig. Da das Bundesland über keine eigenen Abschiebehaft-Einrichtungen verfügt, ist es weiterhin auf die Kapazitäten anderer Länder angewiesen.
Doch hier soll bald Abhilfe geschaffen werden: In Volkstedt entsteht derzeit ein neues Abschiebehaftzentrum, das voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 in Betrieb genommen wird.
Eigene Haftplätze ab 2027 – bis dahin weiter Abhängigkeit von anderen Ländern Die geplante Einrichtung in Volkstedt wird es Sachsen-Anhalt erstmals ermöglichen, Abschiebungshaft eigenständig durchzuführen. Bis dahin bleibt das Land auf externe Haftplätze angewiesen. Die Zahlen des vergangenen Jahres spiegeln die anhaltenden Bemühungen wider, Abschiebungen konsequent umzusetzen – während gleichzeitig die lokale Infrastruktur ausgebaut wird.