Sachsen streicht Ländzulage für Referendare – und löst damit Wut und Existenzängste aus
Lara WagnerDiskussion um die Abschaffung eines Bonus für Lehramtsanwärter - Sachsen streicht Ländzulage für Referendare – und löst damit Wut und Existenzängste aus
Sachsens Bildungsministerium streicht die Ländzulage für fast alle Referendare
Die Entscheidung hat unter den Betroffenen Wut ausgelöst – vor allem bei jenen, die auf die zusätzlichen 1.250 Euro monatlich für ihre Tätigkeit außerhalb von Dresden und Leipzig angewiesen waren. Kritiker werfen dem Ministerium vor, viele Lehramtsanwärter:innen in die Irre geführt und in finanzielle Not gebracht zu haben.
Bisher erhielten Referendare in Sachsen einen Zuschlag von 1.250 Euro brutto im Monat, wenn sie in ländlichen Regionen arbeiteten. Die Prämie sollte Pädagog:innen dazu bewegen, sich außerhalb der großen Städte niederzulassen. Doch das Ministerium hat die Zulage nun gestrichen – mit der Begründung, die Änderung sei bereits im Oktober 2025 angekündigt worden.
Die Folgen sind spürbar: Vor der Reform arbeiteten jährlich rund 1.200 Referendare in ländlichen Gebieten. Seit die neuen Regeln 2024 in Kraft getreten sind, ist ihre Zahl um etwa 30 Prozent gesunken. Viele entscheiden sich stattdessen für eine Ausbildung in Dresden oder Leipzig, wo keine zusätzliche Vergütung nötig ist.
Das Ministerium verteidigt den Schritt und verweist darauf, dass die Änderung frühzeitig kommuniziert wurde. Zudem gebe es in Hochbedarfsregionen wie Bautzen und Görlitz sogar einen Anstieg: Dort habe sich die Zahl der Referendare laut Ministerium verdoppelt. Doch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bezeichnet die Streichung als "grenzenlos dreist". GEW-Landesvorsitzender Burkhard Naumann wirft dem Ministerium vor, die Betroffenen um ihre zugesagte finanzielle Unterstützung betrogen zu haben – viele hätten ihre Karriereplanung darauf aufgebaut.
Für die Referendare bedeutet die plötzliche Streichung eine unerwartete finanzielle Belastung. Viele hatten sich auf die Zulage verlassen und langfristige Entscheidungen getroffen – nur um nun vor leeren Taschen zu stehen.
Das Ministerium betont, die Reform zeige Wirkung: Mehr Lehramtsanwärter:innen würden nun in unterversorgte Regionen gehen. Doch der Widerstand von Gewerkschaften und betroffenen Lehrkräften zeigt, wie stark der plötzliche Wegfall der Förderung die Betroffenen belastet – finanziell wie beruflich. Wie sich die Veränderung langfristig auf die Verteilung von Lehrkräften und die Bildung in ländlichen Gebieten Sachsens auswirkt, bleibt abzuwarten.






