Sachsens Extremismus-Ausstiegshilfe verzeichnet Rekordnachfrage bei Jugendlichen und Familien
Lara WagnerMehr Extremisten verlassen - Anzahl der Fälle verdoppelt - Sachsens Extremismus-Ausstiegshilfe verzeichnet Rekordnachfrage bei Jugendlichen und Familien
Sachsens Ausstiegsprogramm für Extremisten verzeichnet starken Anstieg der Nachfrage
In den vergangenen zwei Jahren hat das sächsische Extremismus-Ausstiegsprogramm einen deutlichen Nachfrageanstieg erlebt. Die seit 2021 laufende Initiative bietet individuelle Unterstützung für Personen, die sich aus extremistischen Gruppen lösen wollen. Kürzlich wurde das Angebot um eine neue Beratungsstelle für Jugendliche erweitert, die in neonazistischen Kreisen verstrickt sind.
Seit dem Start des Programms wurden 52 Menschen beraten, davon 40 mit rechtsextremistischem Hintergrund. Allein 2023 erhielten 18 Personen Hilfe – darunter 15, die sich aus der rechtsextremen Szene lösen, zwei aus dem linksextremistischen Milieu sowie ein Fall mit Islamismusbezug. Die Nachfrage hat sich verdoppelt: Sowohl 2023 als auch 2024 wurden jeweils neun neue Fälle aufgenommen.
Neben der direkten Betreuung hat die Initiative in 78 Einzelfällen Fachkräfte und Institutionen unterstützt. Schulen, Vereine und Unternehmen suchten Rat im Umgang mit extremistischen Einflüssen. Zudem half das Programm 87 Angehörigen und Bezugspersonen von Extremisten, die sich an die Stelle wandten.
Ein neuer Schwerpunkt der Initiative widmet sich Jugendlichen, die in neonazistische Netzwerke geraten sind. Der Service bietet Einzelberatungen an, um Radikalisierungstendenzen zu durchbrechen und den Ausstieg aus extremistischen Ideologien zu ermöglichen.
Die wachsende Fallzahl des Programms spiegelt den steigenden Bedarf an Ausstiegsbegleitung in Sachsen wider. Mit erweiterten Angeboten für Familien, Institutionen und gefährdete Jugendliche geht es die Herausforderung der Radikalisierung auf mehreren Ebenen an. Offizielle Berichte werden in Kürze weitere Erkenntnisse zu den langfristigen Erfolgen der Teilnehmer liefern.






