Sachsens Gefängnisse im Kampf gegen drastischen Drogenschmuggel mit neuen Psycho-Substanzen
Lara WagnerVerschärfte Maßnahmen gegen psychoaktive Drogen in Gefängnissen - Sachsens Gefängnisse im Kampf gegen drastischen Drogenschmuggel mit neuen Psycho-Substanzen
Sächsische Gefängnisse kämpfen mit drastischem Anstieg geschmuggelter Drogen – vor allem neuer psychoaktiver Substanzen (NPS)
Die Behörden verzeichneten 2023 insgesamt 237 Fälle – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Angesichts der eskalierenden Lage führen die Verantwortlichen nun verschärfte Sicherheitsmaßnahmen ein, darunter moderne Scantechnologie und strengere Kontrollen beim Postverkehr der Häftlinge.
Vor allem synthetische Cannabinoide und andere NPS gelangen zunehmend per Brief in die Justizvollzugsanstalten, mitunter versteckt in Kinderzeichnungen. Diese Substanzen sind schwerer nachweisbar als herkömmliche Drogen und lösen unberechenbare Wirkungen aus. In einigen Fällen dienen Inhaftierte als "Versuchspersonen", die geschmuggelte Chargen zuerst konsumieren, um deren Stärke einzuschätzen.
Neue Sicherheitsvorkehrungen gegen Drogenschmuggel Das sächsische Justizministerium reagiert mit einem Maßnahmenpaket: Vier Drogenscanner wurden angeschafft, zwei sind bereits im Einsatz, zwei weitere befinden sich in der Einweisungsphase. Zudem wird eingehende Post künftig kopiert und nur noch als Scan an die Häftlinge weitergeleitet, um versteckte Drogenlieferungen zu unterbinden.
Justizministerin [Name entfällt] plant zudem eine Änderung des Strafvollzugsgesetzes, um die neuen Regelungen rechtlich abzusichern. Parallel dazu wurde die Vergütung für Gefangenenarbeit auf 15 Prozent des nationalen Durchschnittslohns angehoben.
Ziel: Drogenfluss eindämmen, Sicherheit erhöhen Mit den Scannern und der digitalisierten Postbearbeitung wollen die Behörden den Schmuggel neuer psychoaktiver Substanzen zurückdrängen. Die geplante Gesetzesnovelle soll zudem eine klarere Rechtsgrundlage für die Umsetzung der Maßnahmen schaffen. Ob die Schritte ausreichen, um die Lage nachhaltig zu stabilisieren, bleibt abzuwarten.






