Sachsens Schweinehalter kämpfen ums Überleben – ein Drittel der Betriebe schon weg
Lotta SchulteSchweinezüchter fordern Unterstützung - Sachsens Schweinehalter kämpfen ums Überleben – ein Drittel der Betriebe schon weg
Schweinehaltung in Sachsen steht unter wachsendem Druck – seit 2015 hat sich die Zahl der Betriebe um ein Drittel verringert. Landwirte fordern nun dringend Unterstützung, um die heimische Schweinefleischproduktion zu sichern. Steigende Kosten und strengere Vorschriften zwingen viele zur Aufgabe ihrer Höfe.
Laut Statistischem Landesamt gab es in Sachsen 2015 noch rund 1.800 Schweinebetriebe. Bis 2023 stellten fast 1.200 davon den Betrieb ein. Besonders betroffen sind die Landkreise Meißen und die Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, wo die Zahlen um etwa 40 Prozent einbrachen. Auch in Leipzig ging die Anzahl der Betriebe um 25 bis 30 Prozent zurück.
Die Landwirte kritisieren, dass sie trotz Investitionen in Tierschutz, Klimaschutz und moderne Ställe durch ständige neue Auflagen kaum noch wirtschaftlich arbeiten könnten. Der Sächsische Bauernverband hat nun Agrarminister Georg-Ludwig von Breitenbuch eine Forderungsliste vorgelegt. Zu den zentralen Punkten gehören ein einheitliches digitales System zur Erfassung von Betriebs- und Produktionsdaten sowie eine klarere Herkunftskennzeichnung für heimisches Schweinefleisch.
Der Minister reagierte mit Zugeständnissen, insbesondere bei den Haltungstandards für Tiere. Zudem kündigte er an, die Fleischuntersuchungsgebühren zu halbieren – eine Maßnahme, die voraussichtlich rund eine Million Euro kosten wird. Der Bauernverband erwartet nun, dass von Breitenbuch diese Pläne auf der anstehenden Agrarministerkonferenz vorantreibt.
Angesichts der beschleunigten Betriebsaufgaben warten Sachsens Schweinehalter auf konkrete Taten. Die angekündigten Gebührensenkungen und Digitalreformen könnten zwar kurzfristig Entlastung bringen, doch für langfristige Stabilität sind umfassendere politische Weichenstellungen nötig. Die kommende Konferenz wird zeigen, ob die Forderungen auf breitere Unterstützung stoßen.