Sächsische Polizei verliert Munition – und die Kontrolle über ihre Bestände
Emma GüntherLinke fordert umfassende Registrierung von Polizei-Munition - Sächsische Polizei verliert Munition – und die Kontrolle über ihre Bestände
Polizei- und Munitionspannen bei der sächsischen Polizei werfen Fragen zur Lagerkontrolle auf
Eine Reihe von Vorfällen im Umgang mit Munition bei der sächsischen Polizei hat Zweifel an den Bestandsprüfungen aufkommen lassen. Ende 2025 wurde in der Nähe von Hainichen ein voll geladenes Gewehrmagazin gefunden – zwei Wochen, nachdem es von einer Bereitschaftspolizeieinheit verloren gegangen war. Die Entdeckung folgte auf wiederholte Buchungsfehler und unvollständige Lagerberichte, die auf anhaltende Probleme bei der Nachverfolgung von Beständen hinweisen.
Die Schwierigkeiten begannen bereits im April 2025, als eine interne Prüfung eine Abweichung von 60.052 Schuss Munition aufdeckte. Später bestätigten Beamte, dass es sich um einen Dokumentationsfehler und nicht um einen tatsächlichen Verlust handelte. Monate darauf meldete das Innenministerium einen erneuten Fehlbestand – diesmal 572 Schuss –, der sich jedoch ebenfalls als Buchungsirrtum herausstellte.
In einem weiteren Fall wurden 32 Schuss Übungsmunition vorübergehend vom Hersteller wegen Qualitätskontrollen zurückgerufen. Die Polizei war sich jedoch des Verlusts der scharfen Munition im verschwundenen Magazin nicht bewusst. Das Ministerium schloss zwar unautorisierte Entnahmen aus, räumte aber Lücken in den Nachverfahrensprotokollen ein.
Die Auswertung der Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage förderte weitere Widersprüche zutage. Trotz dieser Erkenntnisse hat die Sächsische Polizei bisher keine dokumentierten Änderungen bei der Lagerung oder der Führungsdokumentation umgesetzt.
Die Linke kritisiert die Behörde für die anhaltenden Versäumnisse bei der Verwaltung der Munitionsbestände. Zwar bestätigten die Ermittlungen weder Diebstahl noch vorsätzlichen Missbrauch, doch die wiederholten Fehler deuten auf strukturelle Mängel in der Dokumentation hin. Bislang wurden keine neuen Sicherheitsvorkehrungen eingeführt, um künftige Abweichungen zu verhindern.






