Schweitzer kämpft um SPD-Macht in Rheinland-Pfalz vor knapper Landtagswahl
Marie SchneiderSchweitzer: SPD soll lenken, nicht nur mitfahren - Schweitzer kämpft um SPD-Macht in Rheinland-Pfalz vor knapper Landtagswahl
Der SPD-Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, wirbt im Vorfeld der Landtagswahl intensiv um Stimmen. Umfragen zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen seiner Partei und der CDU, wobei beide Lager fast gleichauf liegen. Schweitzer betont zwar seine Erfahrung, lässt aber gleichzeitig die Möglichkeit einer großen Koalition offen, falls kein klarer Sieger hervorgeht.
Schweitzer inszeniert sich als erfahrener Führungspersönlichkeit und verweist dabei oft auf seine Kindheit auf einem Binnenschiff als Beleg für seine tiefe Verwurzelung in der Region. Bei einer jüngsten Veranstaltung in Landau erhielt er öffentliche Unterstützung von den ehemaligen SPD-Ministerpräsidenten Malu Dreyer, Kurt Beck und Rudolf Scharping. Ihre Rückendeckung unterstreicht die lange Vorherrschaft der SPD in Rheinland-Pfalz, wo die Partei seit 1991 ununterbrochen regiert.
Jahre lang war die Landespolitik von einem Zweikampf zwischen SPD und CDU geprägt. Zwischen 2006 und 2021 lag die SPD durchgehend vorn – mit einem Höchststand von 39,8 Prozent im Jahr 2006 und 36,3 Prozent bei der letzten Wahl 2021 –, während die CDU mit Werten zwischen 36,4 und 35,9 Prozent knapp dahinterblieb. Anders als in Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Hessen, wo Grüne und FDP seit den 2010er-Jahren an Einfluss gewannen, oder in ostdeutschen Regionen, in denen die AfD erstarkte, blieb Rheinland-Pfalz fest in der Hand von SPD und CDU. Doch aktuelle Umfragen deuten auf einen Wandel hin: Die CDU kommt derzeit auf etwa 30 Prozent, während die SPD auf rund 25 Prozent abgefallen ist.
Trotz des engen Rennens hat Schweitzer ausgeschlossen, in einem von der CDU geführten Kabinett mitzuwirken, falls seine Partei unterliegt. Eine große Koalition schließt er jedoch nicht grundsätzlich aus. Mit einem Vergleich aus der Automobilwelt – Führung sei wie Autofahren – machte er deutlich: "Es macht einen Unterschied, ob man selbst am Steuer sitzt oder nur mitfährt."
Das Wahlergebnis wird entscheiden, ob die SPD ihre 33-jährige Regierungszeit verlängern kann. Schweitzers Haltung zu Koalitionen lässt zwar Verhandlungsspielraum, doch seine Weigerung, einer CDU-geführten Regierung beizutreten, setzt klare Grenzen. Angesichts des knappen Duells zwischen den beiden Volksparteien könnte das Endergebnis die politische Landschaft Rheinland-Pfalz nachhaltig verändern.






