21 March 2026, 20:03

Simon Enzler stichelt mit Brenzlig gegen die Schweizer Armee – und trifft ins Schwarze

Cartoon, das eine Gruppe von Männern in Militäruniformen zeigt, einige mit Waffen und einer mit einer Trommel, sowie den Text "Die Frustration von Nantes oder die Vision Interprecedent" darunter.

Simon Enzler stichelt mit Brenzlig gegen die Schweizer Armee – und trifft ins Schwarze

Der Schweizer Komiker Simon Enzler nimmt in seinem neuen Programm Brenzlig das Militär seines Landes aufs Korn. In der satirischen Show, die derzeit auf Tournee geht, persifliert er die chronische Unterfinanzierung und veraltete Ausstattung der Armee – etwa mit absurden Vorschlägen wie der Bewaffnung von Truppen mit Alphörnern oder der Anwerbung von Großmüttern zum Stricken von Tarnnetzen. Währenddessen hat das Schweizer Parlament gerade einen ganz realen Plan verabschiedet: die Wiedereingliederung von Pensionären in die Streitkräfte.

Brenzlig, Enzlers elftes Bühnenprogramm, verbindet scharfe politische Gesellschaftskritik mit seinem markanten Appenzeller Dialekt. Darin karikiert er die Schwächen der Schweizer Armee, indem er vorschlägt, Golfer als Scharfschützen einzusetzen (mit Risiko für Tinnitus durch Schusslärm), Gleitschirmflieger zu Kampfdrohen umzufunktionieren oder Wanderer feindliche Truppen durch falsche Wegweiser in die Irre zu führen. Selbst briefschreibende Rentner und Verschwörungstheoretiker kommen als potenzielle Propagandisten vor. Schon sein Gewinn des Salzburger Stiers 2007 bewies sein Talent, gesellschaftliche Eigenheiten in Komik zu verwandeln.

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Die Aktualität von Enzlers Satire ist frappierend. Erst kürzlich haben beide Kammern des Schweizer Parlaments beschlossen, freiwillig aus dem Dienst geschiedene Soldaten wieder in die Armee zurückzuholen. Nun muss der Bundesrat ein konkretes Konzept für ihre Reintegration ausarbeiten. Kritiker monieren, der Ansatz sei zu eng gefasst – und ignoriert etwa jene Rentner, über die Enzler scherzt, sie könnten Tarnnetze stricken, obwohl auch sie wertvolle Fähigkeiten einbringen könnten.

Sein Programm wirft zudem ein Schlaglicht auf die veraltete Ausstattung des Militärs: So witzelt Enzler, der ohrenbetäubende Klang der Alphörner könne Angreifer in die Flucht schlagen. Übertrieben zwar, doch der Gag spiegelt reale Sorgen über die Modernisierung der Schweizer Verteidigungsstrategie wider.

Während Enzlers Tournee eine Debatte über die Zukunft der Armee anheizt, zeigt sein Humor die ernste Frage auf: Sind die Schweizer Verteidigungspläne wirklich innovativ – oder einfach nur veraltet? Wie ernst die Politik diese Herausforderungen nimmt, wird sich zeigen, wenn der Bundesrat sein Konzept vorlegt.

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