Solidaritätsfahrt nach Dresden: Unterstützung für "Antifa-Ost"-Angeklagte im hochgesicherten Prozess
Lotta SchulteSolidaritätsfahrt nach Dresden: Unterstützung für "Antifa-Ost"-Angeklagte im hochgesicherten Prozess
Solidaritätsfahrt von Berlin nach Dresden für Angeklagte im "Antifa-Ost"-Prozess
Aktuell findet eine Solidaritätsreise von Berlin nach Dresden statt, um sieben Angeklagte im laufenden "Antifa-Ost"-Prozess zu unterstützen. Die Gruppe, die unter dem Motto "Berlin fährt Dresden – Prozessbegleitung zum Tag der politischen Gefangenen" unterwegs ist, will damit ihre anhaltende Solidarität mit den Beschuldigten zeigen, denen die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird. Der Prozess zieht wegen seiner langen Dauer und der strengen Auflagen im Gerichtssaal besondere Aufmerksamkeit auf sich.
Die Fahrt erfolgt im "Solibus", einem in linken Kreisen bekannten Fahrzeug, das Unterstützer:innen zum Oberlandesgericht Dresden bringt. Vor Ort erwarten die Besucher:innen strikte Sicherheitsvorkehrungen: Gründliche Kontrollen gehören zur Routine, und selbst grundlegende Annehmlichkeiten wie Snackautomaten oder Verpflegungsmöglichkeiten fehlen.
Im Gerichtssaal betreten die Angeklagten in doppelten Handschellen den Raum, jeweils begleitet von einem Justizbeamten. Die Kommunikation mit ihnen ist stark eingeschränkt – erlaubt sind nur überwachte Briefe, besuchte Termine unter Aufsicht oder kontrollierte Telefonate. Unterstützer:innen, die den Verhandlungen beiwohnen, haben sich mit den Gerichtsregeln arrangiert: Sie tragen Batik-Shirts als symbolischen Ersatz für verbotene politische Parolen.
Masha Frühling, Pressesprecherin der Solidaritätsgruppe KWT, erklärt, dass ihre Präsenz dazu beitrage, die bedrückende Atmosphäre des hochgesicherten Umfelds etwas auszugleichen. Angesichts der langen Prozessdauer sei kontinuierliche Unterstützung notwendig – selbst an weniger beachteten Verhandlungstagen.
Die Solidaritätsfahrt macht die Herausforderungen deutlich, vor denen sowohl Angeklagte als auch Unterstützer:innen in diesem zermürbenden Verfahren stehen. Bei strengen Sicherheitsauflagen und eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten ist die sichtbare Präsenz der Gruppe eine zentrale Form des Rückhalts. Der Prozess bleibt unter der Beobachtung von Aktivist:innen und Beobachter:innen – und geht weiter.






