04 March 2026, 11:30

SPD-Politikerin hört Apotheken-Sorgen vor Reformentscheid im Bundestag

Eine Apothekerin in weißer Schürze, die eine Flasche hält, spricht mit einem Kunden in einer Apotheke mit Regalen voller Flaschen und anderer Gegenstände im Hintergrund.

SPD-Politikerin hört Apotheken-Sorgen vor Reformentscheid im Bundestag

Die SPD-Abgeordnete Rasha Nasr besuchte die Knut-Apotheke in Dresden, um sich über die Herausforderungen deutscher Apotheken zu informieren. Der Termin fand vor den anstehenden Bundestagsdebatten zur geplanten Apothekenreform statt. Nasr, die selbst keine fachliche Expertise in Gesundheitspolitik mitbringt, hörte sich die Sorgen der Apothekenmitarbeiter an und versprach, diese nach Berlin zu tragen.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die geplante Reform, insbesondere die Vergütungsstruktur und die erweiterte Rolle von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA). Michael Gäbe, der Apothekeninhaber, warnte, dass die aktuellen Gebührenregelungen die Qualität der Patientenversorgung gefährdeten. Ohne faire finanzielle Anpassungen würden Apotheken kaum noch in der Lage sein, ihre Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, so Gäbe.

Er betonte zudem die Bedeutung von Apotheken als erste Anlaufstelle im Gesundheitswesen: Sie verhüteten gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten und entlasteten damit Ärzte und Krankenhäuser. Kritisch äußerte er sich jedoch zu Plänen, PTAs mehr Verantwortung zu übertragen. Dies würde den Personalmangel verschärfen und die Patientensicherheit riskieren, argumentierte Gäbe.

Die Reform wird bereits seit Jahren diskutiert – von den ersten Digitalisierungsvorhaben 2021/22 bis hin zu den verschärften Wettbewerbsregeln im Entwurf des Apothekenbetriebsmodernisierungsgesetzes von 2024. Zu den zentralen Forderungen zählen Beschränkungen für Neueröffnungen in überversorgten Gebieten, der Schutz vor Fremdbesitz durch Nicht-Apotheker sowie bessere Finanzierung von Ausbildung und digitaler Modernisierung. Der Entwurf liegt derzeit dem Bundesrat zur Prüfung vor und wartet auf die parlamentarische Abstimmung.

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Nasr nahm die Bedenken zur Kenntnis und sicherte zu, sie in Berlin vorzubringen. Sie erkannte an, dass Apotheken wirtschaftlich tragfähig bleiben müssten, während sie gleichzeitig mehr Aufgaben übernähmen.

Der Besuch unterstrich die finanziellen und betrieblichen Belastungen, unter denen Apotheken angesichts der laufenden Reformdebatten stehen. Gäbes Argumente machten deutlich, wie dringend eine faire Vergütung und eine sorgfältige Ausweitung der PTA-Rollen sind. Die endgültige Ausgestaltung der Reform hängt nun von den parlamentarischen Entscheidungen der kommenden Monate ab.