Spritpreise explodieren: Neue Rekordwerte an Tankstellen durch Nahost-Krise
Lara WagnerTreibstoffpreise steigen erneut - Spritpreise explodieren: Neue Rekordwerte an Tankstellen durch Nahost-Krise
Die Spritpreise sind stark angestiegen, da die globalen Ölmärkte auf die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten reagieren. Die Kosten für Diesel und Benzin an den Tankstellen erreichten am Freitag neue Höchststände, und weitere Preiserhöhungen werden für das Wochenende erwartet.
Der jüngste Anstieg folgt auf Wochen der Instabilität in der Region. Iranische Angriffe auf Öltanker im Persischen Golf und eine Blockade der Straße von Hormus haben die globale Ölversorgung um etwa ein Fünftel gedrosselt. Die Preise für Brent-Rohöl, die vor der Krise bei etwa 73 US-Dollar pro Barrel lagen, schnellen diese Woche auf über 100 Dollar hoch. Zu den entscheidenden Ereignissen zählen ein tödlicher Angriff auf einen Tanker in irakischen Gewässern, Produktionskürzungen durch Saudi-Arabien und seine Golfverbündeten sowie die Wahl eines hardlinerischen iranischen Obersten Führers, der die Spannungen verlängert.
Erste Andeutungen von US-Präsident Trump auf eine schnelle Lösung der Krise ließen die Preise vorübergehend auf 80 bis 90 Dollar pro Barrel sinken. Doch trotz Notfall-Ölfreigaben der Internationalen Energieagentur (IEA) und einer vorübergehenden Lockerung der Sanktionen gegen russische Exporte führten logistische Verzögerungen zu anhaltender Knappheit. Bis Freitag stieg der Brent-Preis erneut und erreichte etwa 103 Dollar pro Barrel – ein Anstieg von rund 90 Dollar Mitte der Woche.
Die Auswirkungen an den Tankstellen waren sofort spürbar. Am Freitag stieg der bundesweite Durchschnittspreis für Superbenzin E10 um 1,2 Cent auf 2,028 Euro pro Liter. Diesel verzeichnete einen noch stärkeren Anstieg und kletterte um 1,9 Cent auf 2,149 Euro pro Liter. Erste Zahlen vom Samstagmorgen deuten darauf hin, dass beide Kraftstoffe in den kommenden Tagen noch teurer werden dürften.
Die anhaltenden geopolitischen Risiken und die Verwundbarkeit der Lieferketten treiben die Ölpreise weiter in die Höhe. Autofahrer müssen sich auf die höchsten Spritpreise seit Monaten einstellen, ohne dass eine baldige Entlastung in Sicht ist. Analysten warnen, dass weitere Störungen die Preise kurzfristig erneut nach oben treiben könnten.