Stundenlanges Chaos am Münchner Flughafen: Passagiere sitzen ohne Versorgung fest
Lotta SchulteStundenlanges Chaos am Münchner Flughafen: Passagiere sitzen ohne Versorgung fest
Hunderte Passagiere durchlebten am Münchner Flughafen ein albtraumhaftes Martyrium, nachdem sie stundenlang in sechs Maschinen festsaßen. Augenzeugen berichteten, sie hätten kaum Verpflegung, Wasser oder klare Informationen vom Personal erhalten. Der Vorfall wirft neue Fragen zur Krisenvorsorge der Flughäfen und zur Betreuung durch Airlines bei Störungen auf.
Die Probleme begannen, als rund 600 Reisende in ihren Maschinen auf dem Münchner Flughafen festsitzen blieben. Bärbel S., eine Passagierin eines Air-Dolomiti-Flugs mit Ziel Graz, schilderte später das Fehlen von Kommunikation, Versorgungsgütern und Unterstützung während der Wartezeit. Ihrem Bericht zufolge erhielten die Gestrandeten lediglich eine kleine Wasserflasche und einen einzigen Keks.
Auf einer Pressekonferenz räumten Thomas Hoff Andersen, Betriebsleiter des Münchner Flughafens, und Heiko Reitz, Hub-Manager der Lufthansa für München, ein, dass der Flughafen über keine zentrale Einsatzleitung verfügt. Diese Koordinationslücke könnte die Bewältigung der Situation erschwert haben.
Unterdessen deckten separate Berichte Widersprüche in der Werbung von Airlines auf. Condor wirbt mit einem garantiert freien Mittelplatz in der Business Class für Passagiere, die von den neuen Zubringerflügen der German Airways umsteigen. Doch die auf diesen Strecken eingesetzten Maschinen verfügen über eine Zwei-plus-Zwei-Sitzanordnung – ein Mittelplatz existiert hier von vornherein nicht.
Die feststeckenden Passagiere mussten stundenlang mit minimaler Versorgung und unklaren Informationen ausharren. Flughafenverantwortliche gestanden strukturelle Mängel bei der Bewältigung solcher Vorfälle ein. Zudem verstärken die irreführenden Sitzplatzangaben von Condor die Kritik an der Transparenz der Airlines und der Behandlung von Fluggästen.






