19 April 2026, 10:03

Südwestthüringen setzt auf Windkraft: 40 neue Vorranggebiete beschlossen

Windkraftanlage im Wald mit bewölktem Himmel und Bergen im Hintergrund.

Südwestthüringen setzt auf Windkraft: 40 neue Vorranggebiete beschlossen

Öffentliche Sitzung des Regionalen Planungsverbands Südwestthüringen in Suhl: Windkraft-Ausbau erhält breite Zustimmung

In Suhl fand am Mittwoch eine öffentliche Sitzung des Regionalen Planungsverbands Südwestthüringen (RPV) statt. Im Mittelpunkt stand der zweite Entwurf des Regionalplans, der neue Vorranggebiete für Windenergie festlegt. Nach intensiven Diskussionen und einem stillen Protest vor dem Gebäude stimmte die Mehrheit der Mitglieder dem Entwurf deutlich zu.

Rund 150 Demonstranten aus der Rhön hatten sich vor dem Veranstaltungsort zu einem "stillen Protest" versammelt. Viele von ihnen gehören zur Bürgerinitiative Stadtlengsfeld gegen Windräder im Wald (BI). Im Saal würdigte Landrat Michael Brodführer (CDU), der den RPV leitet, die Protestierenden vor der Abstimmung.

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Der Planentwurf sieht eine erhebliche Ausweitung der Flächen für Windkraftanlagen vor: Während bisher nur 0,15 Prozent der Region dafür vorgesehen waren, steigt dieser Anteil nun auf 1,7 Prozent – das entspricht etwa 6.900 Hektar. Zudem werden 40 Wind-Vorranggebiete ausgewiesen, davon sieben in der Rhön. Zu den neuen potenziellen Standorten zählen der Dietrichsberg bei Vacha, der Hetzeberg bei Möhra und der Hoppberg bei Dorndorf.

Bei der Abstimmung sprachen sich 21 Mitglieder für den Entwurf aus. Nur zwei stimmten dagegen: Landrat Robert Sesselmann (AfD) aus dem Landkreis Sonneberg und der parteilose Schalkauer Bürgermeister Mark Schwimmer. Die öffentliche Konsultationsphase beginnt nun am 18. Mai und läuft acht Wochen lang. Bürgerinitiativen haben bereits angekündigt, sich in dieser Zeit einzubringen – ein Teil der Frist fällt jedoch in die Sommerferien.

Der beschlossene Entwurf markiert einen wichtigen Schritt für den Ausbau der Windenergie in Südwestthüringen. Mit 40 ausgewiesenen Zonen und einer größeren Flächenzuweisung gibt der Plan klare Vorgaben für die künftige Entwicklung. Die achtwöchige Beteiligungsphase ermöglicht weitere Stellungnahmen der Öffentlichkeit, bevor die Endfassung feststeht.

Quelle