10 March 2026, 10:03

Thüringenkolleg Weimar stellt Neuaufnahmen ein – Ende eines zweiten Bildungswegs

Ein Plakat mit Text über Flüchtlinge, die Gebührenbefreiungen für Coursera-Kurse erhalten, mit mehreren Personen im Hintergrund.

CDU-Abgeordneter hofft auf Lösung für Thüringen-Kolleg - Thüringenkolleg Weimar stellt Neuaufnahmen ein – Ende eines zweiten Bildungswegs

Thüringens einziges Thüringenkolleg in Weimar wird ab dem Schuljahr 2026/2027 keine neuen Studierenden mehr aufnehmen. Die Entscheidung folgt auf Bedenken wegen hoher Kosten und geringer Abschlusszahlen – im vergangenen Jahr erwarben nur 25 Schülerinnen und Schüler ihr Abitur über das Kolleg. Das Programm, das Erwachsenen eine zweite Chance auf schulische Bildung bieten soll, steht seit Langem unter finanzieller Beobachtung.

Das Thüringenkolleg ermöglicht es Erwachsenen, innerhalb von drei Jahren das Abitur nachzuholen, und bietet damit einen strukturierten Bildungsweg für diejenigen, die den Abschluss zuvor verpasst haben. Doch das Thüringer Bildungsministerium hat nun beschlossen, die Neuaufnahmen einzustellen. Als Begründung werden jährliche Ausgaben von rund einer Million Euro genannt, die angesichts der geringen Erfolgsquote nicht mehr tragbar seien.

Die Schließung der Aufnahme stößt auf Widerstand aus der Politik. Ulrike Grosse-Röthig von der Linken fordert Bildungsminister Christian Tischner (CDU) auf, die Entscheidung zurückzunehmen. Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Lennart Geibert meldete sich zu Wort und betonte, dass Bildungswege für einen zweiten Bildungsweg erhalten bleiben müssten.

Obwohl das Kolleg keine neuen Bewerber mehr aufnimmt, können die derzeitigen Studierenden ihr Studium abschließen. Das Ministerium verweist auf Alternativen wie Volkshochschulen oder Fernabitur-Programme, die sowohl in anderen Bundesländern als auch in Thüringen selbst angeboten werden. Die Linke kündigte an, die Thematik im Bildungsausschuss weiter zu diskutieren.

Die Einstellung der Neuaufnahmen am Thüringenkolleg Weimar bedeutet das Ende eines speziellen zweiten Bildungswegs im Freistaat. Aktuelle Studierende können ihr Studium fortsetzen, doch künftige Interessenten müssen auf andere Angebote ausweichen. Die Entscheidung spiegelt die anhaltenden finanziellen Herausforderungen und veränderten Prioritäten im Thüringer Bildungssystem wider.

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