Thüringens BSW-Koalition trotzt internen Konflikten – doch die Umfragen stürzen ab
Lara WagnerThüringen - der letzte stabile BSW-Standort? - Thüringens BSW-Koalition trotzt internen Konflikten – doch die Umfragen stürzen ab
Thüringens Koalitionsregierung bleibt trotz wachsender Spannungen innerhalb der BSW stabil. Zwar hält das Bündnis mit CDU und SPD weiterhin, doch interne Streitigkeiten und sinkende Umfragewerte werfen Fragen über die Zukunft auf. Der Zusammenbruch einer ähnlichen Koalition in Brandenburg setzt die Landesführung zusätzlich unter Druck.
In Thüringen regiert die BSW derzeit gemeinsam mit CDU und SPD in einer sogenannten „Brombeer-Koalition“. Obwohl dieser Verbund über keine parlamentarische Mehrheit verfügt, sichert ein für 2026 und 2027 beschlossener Zweijahreshaushalt die finanzielle Handlungsfähigkeit. Die Ministerin Katja Wolf und Minister Steffen Schutz leiten die Staatsfinanzen und Infrastruktur und sorgen so für einen reibungslosen Regierungsbetrieb.
Doch die internen Spannungen werden immer deutlicher. Zwei BSW-Abgeordnete im Thüringer Landtag stellen öffentlich die Ausrichtung der Koalition infrage, während die Basis zunehmend unzufrieden ist. Die Landesvorsitzende Katja Wolf gerät mit Parteigründerin Sahra Wagenknecht über die Auswirkungen des Bündnisses auf die Wählerbindung aneinander. Die Unterstützung für die BSW in Thüringen ist seit der Wahl 2024 stark gesunken – eine Umfrage im Dezember sieht die Partei nur noch bei sieben Prozent, etwa halb so viel wie zuvor. Der Zerfall der SPD-BSW-Koalition in Brandenburg, ausgelöst durch interne Machtkämpfe und Abweichler, verstärkt die Verunsicherung. Dennoch betont der BSW-Fraktionsvorsitzende Frank Augsten, die Partei bleibe in der Regierung verlässlich. Der Politikwissenschaftler Torsten Oppelland stellt fest, der Thüringer Landesverband wirke „stabiler und ruhiger“ als andere, etwa in Sachsen-Anhalt, Hamburg oder Bayern, wo die internen Konflikte ausgeprägter seien. Bisher gibt es keine Hinweise auf konkrete Wackelkandidaten in Thüringens Koalition. Die BSW hat ihre Regierungsbeteiligung bekräftigt, und Personalfragen stehen nicht zur Debatte.
Trotz innerer und äußerer Belastungen funktioniert Thüringens Koalition weiter. Mit einem gesicherten Haushalt und ohne akute Gefährdung der Struktur hält die Regierung ihren Kurs. Doch nachlassende Zustimmung und wachsender Unmut deuten darauf hin, dass die BSW in der Region vor Herausforderungen steht.






