Thyssenkrupp kämpft mit Rekordverlusten durch Ölpreisschock und Importdruck
Lara WagnerThyssenkrupp kämpft mit Rekordverlusten durch Ölpreisschock und Importdruck
Thyssenkrupp steht unter wachsendem Finanzdruck, da explodierende Ölpreise und billige Importe die Geschäfte des Konzerns belasten. Die Aktie des Unternehmens ist innerhalb von nur 30 Tagen um fast ein Drittel eingebrochen und erreichte mit 7,46 Euro ein 52-Wochen-Tief.
Analysten warnen, dass steigende Energiekosten und Produktionskürzungen am französischen Standort die Krise für den Industriegiganten weiter verschärfen. Die globalen Ölpreise sind in den vergangenen Wochen stark angestiegen: Die Nordsee-Sorte Brent notiert bei rund 113 US-Dollar pro Barrel, während OPEC-Öl auf 143 Dollar geklettert ist. Der Markt bleibt angespannt – täglich fehlen etwa 11 Millionen Barrel. Für Thyssenkrupp, dessen Produktion extrem energieintensiv ist, sind die Folgen verheerend: Die gestiegenen Kosten belasten die ohnehin angespannte Finanzlage zusätzlich.
Die Aktie des Konzerns hat massiv an Wert verloren und liegt mittlerweile fast 44 Prozent unter ihrem Oktober-Hoch von 13,24 Euro. Die Raiffeisen Bank hat ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2026 gesenkt – ein Zeichen für die wachsenden Sorgen um die Performance des Unternehmens. Bewertungskennziffern wie das niedrige Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,14 deuten darauf hin, dass Anleger die Aktie als unterbewertet einstufen, auch wenn die Entwicklung bei Konkurrenzunternehmen gemischt ausfällt: Renk fiel von 90,37 auf 55 Euro, während Takkt um 51,9 Prozent auf 3,70 Euro abstürzte.
Neben den Ölpreisen kämpft Thyssenkrupp mit dem Wettbewerb durch günstige Importe, der zu Produktionskürzungen am französischen Standort zwingt. Unterdessen bereitet die Bundesregierung ein Entlastungspaket für die Spritpreise vor und plant, nationale Ölreserven freizugeben, um die Industrie zu entlasten.
Bundeskanzler Friedrich Merz stellte zudem den gesetzlich festgelegten Kohleausstieg bis 2038 infrage und deutete mögliche Kurskorrekturen an, um energieintensive Branchen wie die Stahlproduktion zu stützen.
Der Kurssturz und die Produktionsprobleme bei Thyssenkrupp zeigen deutlich, wie stark der Konzern unter den hohen Ölpreisen und der Importkonkurrenz leidet. Die geplante Freigabe der Ölreserven und die Treibstoff-Entlastungen der Regierung könnten zwar etwas Linderung bringen – doch die Zukunft des Unternehmens bleibt ungewiss.
Mit herabgestuften Prognosen und weiter steigenden Energiekosten steht Thyssenkrupp in den kommenden Monaten vor einem schwierigen Erholungspfad.






