07 March 2026, 18:02

Vincentz bleibt AfD-Chef in NRW – trotz Machtkampf und tiefer Gräben

Eine große Menschenmenge sitzt vor einer Bühne mit einem Rednerpult, Mikrofon, Flaggen, einem Bildschirm und Beleuchtungsausrüstung und wartet auf eine Präsidentschaftsdiskussion.

Vincentz wiedergewählt als Vorsitzender der AfD NRW - Vincentz bleibt AfD-Chef in NRW – trotz Machtkampf und tiefer Gräben

Martin Vincentz wurde als Landesvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) in Nordrhein-Westfalen bei der Bundestagswahl 2025 wiedergewählt. Mit 54,7 Prozent der Stimmen setzte er sich deutlich gegen seinen Herausforderer Fabian Jacobi durch, der auf 43,4 Prozent kam. Die Wahl folgte auf einen erbitterten internen Machtkampf innerhalb der Partei.

Vincentz führt den AfD-Landesverband seit 2022 an. Seine Wiederwahl erfolgte nach einem zermürbenden Richtungsstreit zwischen dem pragmatischeren Parteiflügel und dem rechtsextremen Lager. Die Delegierten lehnten zudem einen Antrag auf eine Doppelspitze ab und beließen die Führung damit in Vincentz' Hand.

Innerhalb der AfD gilt Vincentz als vergleichsweise gemäßigter Vertreter. Seine Linie steht im Kontrast zu härteren Kursen, wie sie etwa Matthias Helferich vertritt, der offen mit nationalsozialistischem Gedankengut sympathisiert. Trotz des Wahlsiegs bleiben die Gräben im Landesverband jedoch tief.

Die Wiederwahl könnte Vincentz' Chancen erhöhen, Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl 2027 zu werden. Aktuelle Umfragen sehen die Partei bei rund 15 Prozent – ein deutlicher Zuwachs gegenüber den 5,4 Prozent, die sie 2022 erreichte.

Vincentz' Erfolg festigt seine Position als prägende Stimme im nordrhein-westfälischen AfD-Verband. Die Partei blickt nun auf die Wahl 2027, bei der sie ihren Einfluss ausbauen will. Doch die internen Spannungen prägen weiterhin ihren politischen Kurs.

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